Freitag, 19. Dezember 2008

Eine Woche voller Abschiede

So, jetzt ist es bei mir auch endlich so weit, heute geht es nach Hause in die Weihnachtsferien... als einer der letzten hier. Nachdem Anne und Tim wieder weg waren habe ich letzte Woche noch ein wenig unmotiviert für meine mündliche Norwegischprüfung gelernt, die dann wie erwartet auch nur halb so schlimm war, als Zweitprüferin saß zudem meine Phonetiklehrerin mit in der Prüfung!!! Danach stand am Freitag die Mediziner-Revue auf dem Plan, eine Semesterabschluss-Vorstellung, die jedes Semester vom zweiten Semester organisiert wird. Das ganze war seeeehr lustig und die Norweger waren so betrunken, dass es manchmal schon ein bisschen zu wild wurde. Danach war dann noch eine Party, zu der ich aber nicht mehr gegangen bin, da ich aufgrund meiner Nebenhöhlenentzündung starke Kopfschmerzen hatte. Damit bin ich dann auch zum Arzt gegangen, was hier als ausländischer Student jedesmals 100 Kronen kostet. Von dem verschriebenen Penicillin habe ich aber prompt Ausschlag bekommen, so dass ich mich dann doch ohne Antibiotika durchgeschlagen habe. Am Sonntag gab es dann schon den ersten Abschied – Simone ist zurück nach Bonn gegangen, ihr Aufenthalt in Norwegen ist damit vorbei... sehr schade, aber zum Glück studieren wir ja in der gleichen Stadt. Am Tag zuvor gab´s haben Inga und ich aber noch ihre Sachen von Kringsjå nach Sogn gebracht und sie hat die letzte Nacht bei Inga geschlafen. Am Abend gab´s von ihr dann noch einen leckeren Tortellini-Auflauf und einen Spieleabend zusammen mit Ingas Mitbewohnern, bei dem ich geniales Spiel kennen gelernt habe, dass ich am Montag dann auch gleich besorgt habe – GIFT TRAP! Am Sonntag hieß es dann aber erst noch ein wenig für die Klausur zu lernen, wobei ich aber nicht sehr viel motivierter war als vor der mündlichen, aber auch die Klausur ist ganz gut gelaufen. Von den vier Stunden habe ich nur drei in Anspruch genommen und ich denke, dass ich schon bestanden haben werden. Danach ging´s nochmal kurz in die Uni und am Abend gab´s dann Elch bei Camilla. Jeglicher Zweifel war nach dem ersten Bissen dahin, das Essen hat einfach toll geschmeckt. Gut, dass Camilla hier bleibt, so kann sie uns dass irgendwann noch einmal kochen! Danach haben wir dann mein frisch erworbenes Spiel eingeweiht und zum Schluss als Weihnachtseinstimmung „Nightmare before Christmas“ geschaut. Am nächsten Morgen sind dann eine Reihe von Leuten nach Hause weg geflogen. Camilla nach England, Emil nach Frankreich und Inga und nach Deutschland... *schnüf*. Aber die Tränen waren schnell wieder getrocknet, denn alle kommen ja nach Weihnachten noch einmal wieder und am Abend stand das Konzert der Sangvinerne auf dem Plan, ein Mediziner-Männerchor, in dem auch mein Kommilitone Nils-Christian singt. Ort des Geschehens war ein altes Fabrikgebäude direkt oberhalb des größten Wasserfalles am Akerselva... wunderschön! Und das Konzert war richtig witzig. Wie Nils-Christian vorher schon gesagt hatte, waren sie vielleicht nicht die besten Sänger, dafür wussten sie aber, wie man eine Show auf die Beine stellte, also das genaue Gegenteil zu dem Kirchenkonzert eine Woche vorher. Danach ging´s dann noch zu einer Tasse heißer Schokolade mit Rum in meine Wohnung. Am Donnerstag musste ich mich wieder von ein paar Leuten verabschieden, Charlotte flog am Abend zurück nach Hause. Aber vorher gab es noch ein leckeres Mittagessen bei Rosie in der Wohnung, ein langes Gespräch über die Chaotik in unseren Liebesleben und zum Schluss sind wir dann noch ein letztes Mal zum Weihnachtsmarkt gefahren, um die letzten Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Vorher haben wir allerdings Charlotte zu ihrem Zug gebracht... wieder einer weniger. Nach dem Weihnachtsmarkt ging´s am Abend noch zu einem Abschiedstrunk zu Rosie, nachdem ich mich dann von ihr, Sebastian und Nick verabschieden musste.... man sieht, ich bin jetzt ihm verabschieden geübt!!! ;-D Donnerstag musste ich dann meine Wohnung putzen, Wäsche waschen, Koffer packen und mich innerlich auf meine Abreise einstellen. Am Abend gab´s dann noch eine kleine dugnad-Aktion in meiner WG. Als Dugnad wird in Norwegen gemeinschaftliche Arbeit bezeichnet. Wir haben unsere Küche auf Vordermann gebracht und zusammen die Kühlschränke und den Herd geputzt. Eigentlich schade, dass das das einzige ist, was ich zusammen mit meinen Mitbewohnern mache, aber inzwischen habe ich mich an das stille nebeneinander Wohnen gewöhnt. Danach bin ich dann zu meinem letzten Abschied nach Kringsjå gegangen und habe noch ein wenig bei Mareike und Anthony zusammen gesessen, bevor ich dann zum Julebord meines Semesters in die Stadt gefahren bin.
Ein Julebord ist eine Weihnachtsfeier mit dem traditionellen Esssen „Pinnekjøtt“, sprich Lammrippchen. Leider war ich zu spät mit der Anmeldung und das Essen kostete auch ganze 300 Kronen, so dass ich darauf verzichtet habe und nach dem Essen gekommen bin. Gefeiert wurde in einem großen Restaurant mit einer eigenen Tanzbar in der zweiten Etage, in der aber leider etwas ungewohnt Musik lief (im Stil von MoulinRouge), die eher um Partnertanz als zum alleine auf der Tanzfläche rumhüpfen geeignet war. In Ermangelung einer Tanzpartnerin habe ich dann auch die letzte T-Bane zurück nach Sogn genommen und mich gespannt auf den heutigen Tag ins Bett gelegt. Und jetzt....jetzt ist es endlich soweit. Nachdem ich diesen Eintrag fertig habe, werde ich zum Schluss noch meinen Laptop sicher verstauen und dann ein letztes Mal in die Uni gehen, bevor ich mich endlich auf die Heimreise machen kann. Also, an alle, die ich vorher nicht mehr sehe und die das hier noch zu lesen bekommen – GOD JUL OG ET GODT NYTT ÅR!

Sonntag, 7. Dezember 2008

Sankt Nikolaus


So, das war jetzt der letzte Besuch für dieses Jahr, aber dafür haben wir es am Ende auch noch mal richtig krachen lassen! ;-) Anfang der Woche habe ich erst noch ein wenig für meine Phonetik-Prüfung gelernt, zusammen mit Charlotte und Rosie, und die Prüfung war dann auch halb so wild (wobei ich einmal kurz ins Mikro geflucht habe, als ich eine Aufgabe eine wenig falsch verstanden und daraufhin falsch gemacht habe!). Nach der Prüfung haben Rosie, Charlotte und ich dann erst mal eine kleine Schneeballschlacht eingelegt, da es am Tag zuvor schließlich doch zu schneien angefangen hat, und das nicht gerade wenig! Am Donnerstag habe ich den Tag über erst mal meine Wohnung aufgeräumt, Wäsche gewaschen und Essen eingekauft, um für auf meinen Besuch vorbereitet zu sein. Am Abend war ich dann das zweite Mal auf dem wöchentlichen Quizabend im Amatøren, diesmal waren wir sogar eine recht große Gruppe, da noch eine paar von den anderen Erasmus-Studenten dabei waren. Das Ergebnis war, dass ich selber zwar nicht mehr wusste, aber unsere Gruppe als ganze diesmal nicht ganz so schlecht abgeschnitten hat wie das letzte Mal. Ganz bis zum Schluss bin ich allerdings nicht geblieben, da ich um 23.00 Tim und Anne vom Bahnhof abgeholt habe. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, haben wir dann aber nur noch ein wenig gequatscht und sind dann ins Bett gegangen. Am nächsten Morgen hatte ich dann das letzte Mal PBL für dieses Semester, leider wechseln die Gruppen nächstes Semester - ich werde meine kleine Gruppe doch ganz schön vermissen! Nach der Uni ging es dann mit Anne und Tim auf die obligatorische Sight-Seeing Tour durch Oslo (Oper – Festung – Aker-Brygge – Rathaus – Theater – Schloss – DeliDeLuca(!!!) - Parlament) und dann zum Schluss auf den kleinen Weihnachtsmarkt, der im Schnee sogar noch romantischer aussieht! Den überteuerten Glühwein, den Inga und ich uns beim ersten Besuch gegönnt haben, haben wir diesmal aber weggelassen, weil am Abend sowieso Ingas Feuerzangenbowle auf dem Plan stand. Daher ging es dann zurück nach Sogn und es gab erstmal was zu essen (Hackfleischbällchen mit Feta-Käse-Füllung!!!) und dann kamen auch schon die Gäste für die Feuerzangenbowle. Dank neuem hochprozentigem Rum brannte diesmal der Zuckerhut auch besonders gut (wir hatten schon Angst um die Küche) und die Bowle hat seeehr gut geschmeckt. Sogar ein wenig zu gut, so dass ich so angeheitert war, dass ich sogar unser peinliches Spice-Girls-Video gezeigt habe, zur Belustigung aller. Am nächsten Morgen ging es dann früh zum Schlittenfahren nach Forgneseteren, zuvor habe ich mit Anne allerdings noch Wein im Vinmonopol gekauft, wobei wir herausgefunden habe, dass selbst die einen Ausweis brauchen, die nur zum Tragen mitkommen (wir mussten Annes Ausweis holen gehen, sonst hätten sie mir keinen Wein verkauft, NORWEGEN!!!). Zusammen mit Inga, Simon, Simone und Camilla ging es dann mit der T-Bane rauf nach Frogneseteren zum Rodeln. Auf einer mehrere Kilometer langen Strecke sind wir dann dreimal mit den geliehenen Einer- & Dreierschlitten den Berg hinabgesaust, haben wilde Verfolgungsjagden veranstaltet und sind in der ein oder anderen Schneewehe gelandet. Danach ging es dann mehr oder minder durchnässt noch in die Berghütte zu einem überteuerten Stück Apfelkuchen und Brotscheiben mit Butter! Zur Freude von Inga und Tim haben wir am Abend dann Krabben gegessen, wobei Anne und ich uns an einen Nudelauflauf gehalten haben. Um sieben haben Anne, Tim und ich uns dann in der Stadt mit Nils-Christian und seiner Freundin getroffen, um zu einem Weihnachtskonzert eines Medizinerchores zu gehen. Veranstaltungsort war das älteste Gebäude von ganz Norwegen, die „Gamle Aker Kirke“. Das Konzert enthielt mir zwar zu viel Kirchenmusik, aber ich war schon beeindruckt, wie hoch und laut Frauen singen können!!! Danach ging es dann zurück in meine Wohnung nach Sogn zu meiner kleinen Nikolausfeier. Dank Anne und Tim waren wir mit höher prozentigem Alkohol gut versorgt und auch der Glühwein hat dafür gesorgt, dass die Stimmung immer besser wurde und Inga, Tim und ich mich auch an dem norwegischen „Unter-die-Oberlippe-Stopf-Tabak“ probiert haben. Heute ging es dann nach einem sehr späten Frühstück noch in den Vigelandspark und in die Nationalgalerie zum Schrei! Danach musste ich Anne und Tim leider schon wieder in den Zug setzen. Aber jetzt sind es ja nur noch ein paar Tage, bis ich mich auch endlich in den Flieger setzen kann. Zuvor muss ich allerdings noch meine Norwegisch-Prüfungen hinter mich bringen und ein paar Weihnachtsgeschenke besorgen!

Dienstag, 2. Dezember 2008

Es weihnachtet sehr!



Der kleine deutsche Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz, sehr süß und romantisch aber unverschämt teuer und menschenleer! :D

Sonntag, 30. November 2008

"Ich bin Deutschland!"


Jetzt ist schon wieder eine ganze Zeit vergangen, seit ich meinen letzten Eintrag geschrieben habe, aber so unglaublich viel ist in der letzten Zeit auch nicht passiert. Seit meinem letzten Besuch versuche ich mich mehr oder minder zum Lernen zu motivieren, was allerdings nicht ganz so gut klappt! Dafür habe ich aber endlich meine Journale fertig, die ich in der Notaufnahme machen musste. Das war alles schon sehr aufregend und ich war leider zweimal jeweils 4 Stunden in der Notaufnahme, ohne einen Patienten zu bekommen. Aber letzten Dienstag konnte ich dann endlich meine letztes Journal ins Diktafon diktieren! Jetzt müssen sie nur noch anerkannt werden, aber das werde sie hoffentlich. Am Tag danach habe ich mir auch erstmal einen Tag frei gegönnt und habe mir den Tag mit dem letzten Phonetik-Kurs (nächste Woche Prüfung!) und einem Besuch mit Rosie im Literaturhuset vertrieben. Ansonsten gibt es weiterhin jeden Mittwoch einen kleinen Filmabend in Kringsjå, mal mit mehr, mal mit weniger guten Filmen, aber immer mit leckerem Essen. Und dieses Wochenende standen sogar mal wieder ein paar Partys auf dem Plan! Freitagabend war ich auf dem Geburtstag von drei Erasmus-Studentinnen eingeladen, die zusammen gefeiert haben. Das Motto war „Flag-Party“, musste mich also irgendwie in schwarz-rot-gold verpacken, was mir letztendlich mittels eines zerschnittenen Leinenbeutels auch halbwegs gelungen ist! Samstag Abend hat Anthony aus Amerika eine leckeres „Thanksgiving-Dinner“ für unsere Kringsjå-Gruppe gezaubert, mit einem 6-Kilo-Truthahn (leider habe ich vergessen, ein Foto davon zu machen, eine Schande!). Danach ging es dann noch auf den Geburtstag von Charlotte, der wir auf der Flag-Party am Vorabend schon ein Ständchen gebracht haben! Das Vorspiel in ihrer Wohnung war sehr ausgelassen, mit wilden Luftballonschlachten und Trinkspielchen („Roxanne, you don´t have to put on the red light“) und danach ging es noch zu einer Piraten-Party ins Amatøren!.... Da fällt mir ein, wir haben letzte Woche den allwöchentlichen Quizabend im Amatøren für uns entdeckt, zwar hatten wir von den über 20 Fragen nur drei richtig (darunter eine 50/50-Frage) aber dennoch hat das ganze sehr viel Spaß gemacht. Ich denke, wenn ich nächstes Wochenende Besuch von Anne und Tim bekommen, steht der wieder auf dem Programm! Jetzt freue ich mich darauf, dass morgen die Adventszeit anbricht, ich mein erstes Türchen vom Adventskalender öffnen kann (habe ein rieeesiges Weihnachtspacket von meinen Eltern bekommen, mit jeder Menge Weihnachtsleckereien, die aber zum größtenteils schon verspeist wurden) und ich in 19 Tagen endlich wieder nach Hause fliegen kann.... juchuuuu!!!

Montag, 10. November 2008

Mexican-Beach, Halloween, St. Martin und Peppes²!


So, jetzt habe ich schon so lange nichts mehr geschrieben, dass ich schon den Überblick verloren habe, was ich in der letzten Zeit alles getan und gelassen habe. Es ging hier alles etwas drüber und drunter, im Guten wie im Schlechten, aber ich werde lieber nur über das Gute berichten. Was ist also alles passiert in den letzten Wochen....? In der Woche nach meinem Geburtstag gab es noch eine kleine Geburtstagsparty von Manuela aus Lausanne und mir mit dem Thema „Mexican Beach Party“. Ich habe dafür von Inga und Simone trotz Widerstandes das Gesicht mit Make-Up schön gebräunt bekommen, welches dann einen tollen Kontrast zu meiner weißen Brust gebildet hat. Die Party war dann auch sehr witzig und es hat sich so manches Pärchen an dem Abend gebildet, die einen von längerer, die anderen leider von kürzerer Dauer!!! ;-) In der Woche darauf habe ich ein kleines „Vellkommen-på-Sogn-Charlotte-Dinner“ veranstaltet, da Charlotte (aus Schottland) nach Sogn gezogen ist. Es gab mal wieder mein Standard-Gericht, aber man hat sich gut amüsiert mit Gin-Tonic, Confusion & Co. In der Woche vor Ingas Geburtstag hat es dann geschneit, wie ich kurz berichtet habe, der Schnee war aber leider nur von kurzer Dauer. Ein Tag vor Ingas Geburtstag sind dann drei Mädels aus Bonn gekommen und wir haben mit improvisierter Feuerzangenbowle in Ingas Geburtstag reingefeiert, zu dem sie ganz viele tolle Spiele von ihren Eltern bekommen hat, die seitdem unsere Abende füllen. Und ich konnte endlich den Ballon-Clown aufpusten, den meine Eltern mir zu meinem Geburtstag mitgebracht haben. Am nächsten Tag kam dann auch noch Chris nach Oslo und am Abend stand eine Halloween-Party im Studentenclub in Sogn an, bei dem alle vom Vorspiel schon so betrunken waren, dass wir es nicht lange durchgehalten haben. Das Wochenende habe ich mit Chris noch ein wenig die Stadt erkundet und war erstmals in ein paar der unzähligen Museen in dieser Stadt, wie zum Beispiel der Nationalgalerie mit einem Exemplar von Munchs „Der Schrei“ und im Friedesnobelpreis-Zenter bei Aker brygge - mein neues Lieblingsmuesum in der Stadt und ab jetzt Pflichtprogramm für alle künftigen Besucher. Am Samstagabend gab es dann ein „Spieleeinweihungs-Spieleabend“ bei Inga, zusammen mit den Mädels aus Deutschland, der durch unseren ersten Feueralarm im Haus unterbrochen wurde, als Ingas Mitbewohnerin sich Popcorn in der Mikrowelle im Flur gemacht hat... sehr spannend! :-D Am Sonntag sind Chris und ich ein wenig um den Sognsvann gewandert und abends waren wir noch im Hard-Rock-Cafe und es gab ein nachträgliches Geburtstagsessen bei Peppes-Pizza, das ich trotz verstopfter Nase sehr genossen habe!!! Letzte Woche bin ich nach Chris Abreise Mittwochs mit den Schottinnen ins Kino gegangen, in meinen ersten norwegischen Film - „Fatso“, der trotz guter Kritiken für uns doch sehr gewöhnungsbedürftig war, da er noch mehr Tabus gebrochen hat als American-Pie... einfach nur ekelig! *schüttel*
Danach bin ich dann jedoch noch auf den allwöchentlichen Filmabend zu Mareike nach Kringsjå gegangen, diesmal der deutsche Abend, bei dem ich mich dann bei KeinOhrHasen wieder ein wenig vom Kino-Schock erholen konnte! Den leckeren Nudelsalat von Mareike habe ich aufgrund meiner Erkältung leider nicht geschmeckt. :-( Am Donnerstag habe ich dann schon wieder Besuch bekommen (meine Mitbewohnerinnen haben schon den Kopf geschüttelt!), diesmal von Dominik aus Hamburg. Er kam aber an dem Tag so spät an, dass wir nur noch zwei Mikrowellen-Gerichte gegessen und uns schlafen gelegt haben. Da ich am nächsten Tag noch Uni hatte, hat er die Stadt erstmal selber ein wenig erkundet (leider hatte es angefangen zu regnen) und als ich Schluss hatte sind wir dann gemeinsam in die Stadt gefahren, waren bei DeliDeLuca essen und haben uns aufgrund des schlechten Wetters dazu entschlossen, uns die Nationalgalerie anzuschauen. Sehr viel mehr haben wir an dem Tag auch nicht geschafft, da es durchgängig geregnet hat und so früh dunkel wurde. Am Abend gab´s dann aber noch einen schönen Spieleabend bei Inga, zusammen mit Simone (man sieht, Spieleabende sind hier seit Ingas Geburtstag sehr populär). Danach haben Dominik und ich uns noch auf meinem Bett sitzend mit der Aufzeichnung von Maischbergers „Die Fürstin und der Kardinal“ blendend amüsiert. Samstag war das Wetter dann halbwegs annehmbar (heißt, es hat nur leicht genieselt), so dass die obligatorische Besichtigungstour über die Karl-Johans-Gate, zu Aker brygge und der Oper auf dem Plan stand, danach waren wir dann noch im Kunsthistorischen-Museum, vor dem eine Ausstellung mit dem Namen „GayKids“ zu besichtigen war. Dann hieß es auch schon wieder zurück nach Sogn, weil für den Abend meine kleine Sankt-Martins-Feier auf dem Plan stand, für die es noch galt zu dekorieren und vor allem Weckmänner zu backen. Simone und Inga sind zum Helfen gekommen und so entstand ein kleiner Wettkampf, wer die besseren Weckmänner formen konnte. Am Ende kamen dabei sehr fantasievolle Figuren raus, mein Favorit war die Katze von Simone, die im Laufe das Abends auch immer weiter verschönert wurde (siehe unten). Nach und nach sind dann die Gäste eingetroffen. Leider hatten meine Norweger alle abgesagt, aber der Rest hat sich dennoch mit Glühwein (danke nochmal an Anne und Doro für das Glühwein-Gewürz) und Weckmännern amüsiert. Da wir ein wenig früh angefangen haben war man schließlich noch vor Mitternacht aufgrund des Alkohols und der gemütlichen Kerzen-Laternen-Stimmung in der Küche ein wenig müde, so dass sich die einen entschlossen haben, nach Hause zu fahren und wir anderen noch auf eine „Piraten-Party“ hier in Sogn gegangen sind. Wir mussten leider feststellen, dass dort ausnahmsweise das Thema mal sehr ernst genommen wurde, so dass wir die einzigen waren, die nicht als heißer Piratenkapitän oder feurige Piratenbraut über die Tanzfläche hüpften. Die Stimmung war aber sehr gut und es wurde dort ordentlich geknutscht und gebaggert, auch Camilla ist in die Hände eines leicht angetrunkenen Norwegers geraten, der seine Hände an allen Frauen im Raum hatte und der, als wir schließlich gehen und unsere Jacken aus einem Zimmer holen wollten, dort von uns sogar mit einem Mann erwischt wurde... mit den Frauen hatte es anscheinend nicht so gut geklappt. Am Sonntag haben wir dann erstmal richtig ausgeschlafen und haben uns dann, trotz fortwährend schlechten Wetters, auf eine kleinen Spaziergang entlang des Akerselva gemacht, von Nydalen bis nach Grünerløkka, in dem wir dann ziemlich durchnässt im „Fru Hagen“ eingekehrt sind. Am Abend sind wir dann mit Simone, Inga und Camilla noch einmal zu Peppes bei Aker brygge gegangen und haben uns mit gleich zwei 40 cm Pizzen die Bäuche vollgeschlagen!!! Zum krönenden Abschluss gab es am Abend dann noch Eis bei mir in der Küche, natürlich verbunden mit einem kleinen Spieleabend! ;-)
Heute habe ich Dominik dann wieder zum Zug gebracht und wir haben festgestellt, dass wir gar nicht alles geschafft haben, was wir machen wollten, obwohl Oslo doch so klein ist. Der Regen war schuld! Die Ironie ist, dass die Sonne heute endlich rausgekommen ist und ich jetzt hier sitze und nun eigentlich ernsthaft damit anfangen müsste, für die Uni zu lernen... und ich mache doch wieder nur andere Dinge, wie z.B. meinen Blog zu schreiben! ;-D Aber das wurde ja auch mal wieder Zeit, so dass mein schlechtes Gewissen nicht ganz so groß ist.... und ich finde heute sicher noch mehr Dinge, die viel wichtiger sind als Lernen!

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Morgenüberraschung:


Kurzer Zwischenstand: ES SCHNEIT!!!!

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Bergen, Regen und Kakao!



Regen – das beschreibt Bergen eigentlich sehr gut! Jedenfalls hat es die meiste Zeit geregnet, als wir am Wochenende nach Bergen gefahren sind, aber fangen wir am Anfang an. Freitag Abend war ich erst noch auf ein „Vorspiel“ bei Nick aus Australien eingeladen, bei dem ich mich in weiser Voraussicht anstatt mit Alkohol nur mit Weihnachtslimonade habe vollaufen lassen! :-D Weihnachtslimonade scheint etwas sehr norwegisch zu sein, man kann sie jedenfalls seit neuestem überall kaufen und sie schmeckt wie Ahoi-Brause! Der Abend hat auch richtig Spaß gemacht, auch wenn ich nach dem Vorspiel nicht mehr mit in die Stadt gegangen bin, sondern mich brav ins Bett gelegt habe, um wenigstens ein bisschen Schlaf zu bekomme. Am nächsten Morgen ging es dann um fünf mit dem Bus zum Flughafen Gardermoen und von dort dann mit dem Flugzeug nach Bergen. Das Flugzeug flog eine Stunde und man konnte die Aussicht über das größtenteils wolkenlose Norwegen genießen. Vom Flughafen ging´s dann wiederum mit einem Bus nach Bergen hinein, sodass wir um ca. 9 Uhr in Bergen ankamen und direkt einmal Postkarten gekauft haben, ohne vorher auch nur eine Sehenswürdigkeit schon gesehen zu haben! ;) Zur Planung des Tages ging es dann erst mal in ein kleine „Markthalle“, in der man allerhand Delikatessen kaufen und auch einen Kaffee trinken konnte. Als bekennender Kaffee-Feind habe ich mir allerdings einen Kakao bestellt, der qualitativ dem Ambiente leider nicht ganz entsprach... einer der schlechtesten, die ich je getrunken habe. Leider mussten wir beim Studium der Reiseführer feststellen, dass die meisten Museen in der dunklen Jahreszeit nur selten auf bzw. gar nicht geöffnet haben, so dass wir uns entschieden haben, mit der Fløibanen auf den Fløyen hinauf zu fahren. Die Bahn ist glaube ich eine der steilsten Norwegens und es war schon ein kleines Erlebnis für sich, wenn die Fahrt auch nur ein paar Minuten dauert. Von dort oben hatten wir dann eine sehr schöne Sicht auf Bergen und man hat sich munter auf eine kleine Wandertour begeben, zumal es (noch) nicht regnete. Eigentlich war geplant, bis zu dem anderen Berg zu laufen, von dem eine Seilbahn wieder hinabführte. Aber als wir nach zwei Stunden Wanderung mal eine entgegenkommende Norwegerin fragten, wie lange das noch sei, meinte sie, wir müssten bis dort noch 6 Stunden laufen und die Bahn würde gar nicht fahren.... gut, dass wir nachgefragt hatten! Zurücklaufen wollten wir nicht, aber eine Karte hatten wir auch nicht dabei, so dass wir ein wenig verloren in den Bergen herumliefen, bis eine weitere Norwegerin so nett war, uns ihre Karte zu vermachen (sie schien schon Erfahrung mit hilflosen Deutschen in den Bergen zu habe!). Nach guten 5 Stunden Wanderung waren wir dann auch wieder in der Zivilisation angekommen und pünktlich nachdem wir in den Bus zurück in die Innenstadt gestiegen waren, fing es an zu regnen – Glück gehabt! Danach wurde das Hostel unter die Lupe genommen. Unser Achtbettzimmer war nur durch eine nicht ganz hochgezogene Wand von einem Zehnbettzimmer getrennt, in dem es zwei Fenster gab – heißt, unsere Frischluftzufuhr war vom Lüften unserer Zimmernachbarn abhängig!An dem Tag haben wir auch nicht mehr viel geschafft, sind noch ein wenig an den Hafen gelaufen und Andrew hat für uns alle ein Abendessen gezaubert, dann sind wir alle erschöpft vom Tag ins Bett gefallen – trotz ca. 40°C im Zimmer! Am nächsten Morgen waren wir in einem kleinen kunterbunt Café zum Frühstücken und ich habe meinen zweiten Kakao in Bergen getrunken, dieser jetzt aber viel besser! Danach ging es dann auf eine kleine Tour durch ein Wohnviertel am Hang, ein sehr idyllischer Teil von Bergen – leider hat es dabei geregnet! Nachdem wir viele Fotos von süßen kleinen Häuschen gemacht haben, und sich jeder ausgesucht hatte, in welchem er gerne wohnen würde, sind wir wieder einen Kaffee bzw. Kakao trinken gegangen. Diesmal in einem kleinen Café, das angeblich den besten Kaffee von ganz Norwegen macht, aber der Kakao (mein dritter) war auch nicht von schlechten Eltern! Dann hieß es auch schon Abschied nehmen vom Großteil der Gruppe, da nur Inga, Simone und ich bis Montag bleiben wollten und der Rest schon am Sonntag wieder nach Oslo fuhr. Wir drei haben uns dann erst noch mal ins Hostel zurückgezogen und ein wenig gequatscht, bevor wir uns den Rest von Bergen angeschaut haben, wobei es natürlich geregnet hat! Sehr lange konnte man sich mit dieser Sightseeing-Tour auch nicht beschäftigen, da Bergen erschreckend klein ist! :-D So sind wir dann recht schnell wieder ins Hostel zurückgekehrt wo wir bereits vier neue Zimmernachbarn hatten, die sich anscheinend auf Dänisch unterhielten, wobei ich kein Wort verstanden habe. Die folgende Nacht war nicht weniger schweißtreibend und dazu wurden wir am Morgen noch von einem Feueralarm geweckt, den aber jeder zu ignorieren versuchte, so dass wir wahrscheinlich verbrannt wären, wenn es wirklich ein Feuer gegeben hätte. Am Ende war es doch nur eine Sicherheitstür gewesen, die jemand zu öffnen versucht hatte. Nachdem wir ausgecheckt, sprich unsere Zugangskarten in einen Eimer geworfen hatten ;-D, sind wir in eine Bäckerei frühstücken gegangen in dem ich meinen letzten und besten Kakao in Bergen getrunken habe (diesbezüglich konnte man eine echte Steigerung in den drei Tagen erkennen). Mit unseren Taschen bepackt sind wir dann noch zur letzten Sehenswürdigkeit von Bergen gefahren – ein kleines Freilichtmuseum mit alten Häusern aus Bergen. Leider regnete es schon wieder (oder immer noch?) und das Museum bestand nur aus einer handvoll aus Häusern, so dass wir schon fast bereuten, das Geld für den Bus ausgegeben zu haben. Da wir auch keine große Lust hatten, noch länger im Regen durch Bergen zu stiefeln haben wir uns die letzten Stunden vor Abfahrt an den Bahnhof in ein Kaffee gesetzt und haben Karten gespielt. Auch auf der siebenstündigen Zugfahrt zurück war das die Hauptbeschäftigung, wobei zu Beginn der Fahrt einen die wilde Natur Norwegens noch mehr fesselte. Unter anderem ging es hinauf zur höchsten Haltestelle von Norwegen, bei der kein einziger Baum mehr zu sehen war und man quasi auf eine Eislandschaft in den Bergen blickte, da begann man sogar im Zug zu frieren. Nach Einbruch der Dunkelheit hat man sich dann aber ganz und gar dem Kartenspiel gewidmet. Zurück in Oslo waren wir dann alle froh, wieder da zu sein und der Sonnenschein am nächsten Tag hat mich davon überzeugt, dass ich schon die richtige Stadt in Norwegen gewählt habe! Jetzt ist der Alltag wieder da und ich muss mich langsam ans ernsthafte Lernen machen, schließlich ist hier die Hälfte des Semesters schon rum, während es in Deutschland gerade erst begonnen hat.

Freitag, 10. Oktober 2008

Hurra for deg som fyller ditt år!


So, jetzt bin ich ein Jahr älter und fühle mich gleich viel weiser! Sonntag Nachmittag bin ich nach dem Schreiben meines Blog-Eintrages bei den drei Britinnen eingeladen gewesen (sie studieren zwar alle in Schottland aber Camilla besteht darauf, dass sie Engländerin ist!). Es war ein richtig schöner Abend mit Apfelkuchen, Scones, Muffins, Pfannkuchen und einer schottischen Spezialität mit Pflaumen und Zucker, deren Namen ich allerdings wieder vergessen habe. Im Gegensatz zu meiner WG haben ich mich mit ihnen auch über Norwegens Topmodel unterhalten und über andere ausländische Studenten lästern können, was mir sehr gut gefallen hat! Als kleine Vorgeburtstagsüberraschung musste ich dann die Augen schließen und sie haben in alle Kuchen und Köstlichkeiten auf den Tisch Kerzen gesteckt und angezündet, wobei sie zunächst erst noch recht lange nach einem Feuerzeug suchen mussten und davor schon versucht hatten, die Kerzen mit dem Ofen zu entzünden. Dementsprechend musste ich sehr lange die Augen geschlossen halten aber ich war dann doch seeeeehr gerührt. Nachdem mir dann irgendwann schlecht vom vielen Essen war habe ich mich nach Hause nach Sogn gerollt und begonnen, meine Wohnung zu putzen, bevor meine Eltern am nächsten Tag kommen sollten. Inga hat währenddessen in ihrer Wohnung einen Kuchen für mich gebacken, der allerdings aufgrund des Ofens nicht ganz so wurde wie sie wollte, so dass sie ein wenig unzufrieden war, als ich mir das Rührgerät bei ihr abgeholt habe. Trotz Beteuerungen, dass der Kuchen ganz fabelhaft sei, hat sie darauf bestanden, mir am nächsten Tag noch einen neue zu backen. Kurz vor 11 Uhr habe ich mich dann an meinen eigenen Kuchen gemacht, einen Rotweinkuchen, der mir überraschenderweise sehr gut gelungen ist, unser Ofen scheint besser zu sein! ;) Um 12 Uhr hat mich dann Chris über Sykpe angerufen, mir ein tolles kleines Ständchen in Anzug und Krawatte gehalten (einfach süß) und Inga hat mir ihren Kuchen Nummer 1 vorbeigebracht, der trotz kleiner Schönheitsprobleme dennoch sehr gut geschmeckt hat. Durfte dann auch schon meine ersten beiden Geschenke von Chris auspacken!!! Am nächsten Morgen bin ich dann ganz brav zu den Vorlesungen gegangen und später zu meiner klinischen Kleingruppe ins Aker-Krankenhaus. Auf dem Weg dorthin fuhr allerdings plötzliche eine Bahn im Tunnel nicht mehr weiter, so dass ich einen riesigen Umweg fahren musste und zu spät ankam, was meine Geburtstagsfreude für einen kleinen Moment einschränkte. Nach der Uni habe ich dann ein kleines Geburtstags-Kaffeekränzchen bei mir veranstaltet und dazu Mareike, Kristin, Simone, Andrew und Inga eingeladen. Andrew hatte ein ganz tollen „Dipp im Brot gemacht“ der trotz dem darin vorhandenen Lachs mir seeeehr gut geschmeckt hat, Kristin hatte Cookies gebacken und Inga kam mit dem Kuchen Nummer 2, der neben seinem guten Geschmack nun auch noch fabelhaft aussah!!! Um sechs habe ich dann meine Gäste einfach verlassen um meine Eltern abzuholen und sie waren so nett und haben für mich abgespült. Obwohl ich ein wenig zu spät war, konnte ich dann doch irgendwann meine Eltern endlich mal wieder in den Arm nehmen und wir sind alle zusammen zu meinem Onkel gefahren, der meinen Cousin abgeholt hatte, welcher mit dem gleichen Flug wie meine Eltern gekommen war. Bei meinem Onkel habe ich dann die Geschenke von meiner Schwester und meinen Eltern in Empfang nehmen dürfen, darunter ein niedlicher KeinOhrHase von meiner Schwester, über den ich mich sehr gefreut habe. Die anfängliche Idee, am Abend noch etwas Essen zu gehen, haben wir dann fallen lassen, weil alle etwas müde waren, so dass wir den Abend mit Kaffee und Cocktails ausklingen ließen, bevor mein Onkel mich zurück nach Sogn gefahren hat. Am nächsten Morgen sind meine Eltern ganz früh nach Sogn gekommen, haben sich mein Zimmer angeguckt und mit mir zusammen das Paket abgeholt, das sie mir geschickt hatten, welches aber leider einen Tag zu spät angekommen ist. Darin waren so viele Süßigkeiten, dass ich sicher noch ein wenig brauche, bis ich alles aufgegessen habe! ;) Danach ging´s zum Frühstücken in die Bäckerei, in die ich schon Chris ausgeführt hatte und dann durch Blindern runter in die Stadt zum Geburtstags-Shopping. Habe ganz tolle neue Klamotten abstauben können, darunter auch endlich eine Winterjacke, so dass ich für die kommende Jahreszeit ausgerüstet bin. Dann musste ich allerdings zur Uni und meine Eltern haben sich auf eigene Faust die Sehenswürdigkeiten von Oslo angesehen, die ja glücklicherweise alle eng beieinander liegen! Haben uns dann in meiner Wohnung wiedergetroffen und sind schließlich noch einmal zum Sognsvann gelaufen und haben die Herbstlandschaft Norwegens bewundert. Von da ging´s mit der T-Bane zu meinem Onkel, wo meine Tante ein leckeres Essen gezaubert hat und ich auch von ihr ein paar Geschenke bekommen habe (habe dieses Jahr richtig gut abgesahnt!). Die Nacht habe ich dann bei meinem Onkel geschlafen, am nächsten Morgen gab´s noch ein kurzes Frühstück und dann bin ich mit meinen Eltern wieder zum Bahnhof zurück, wo wir der Oper einen Besuch abgestattet haben. Zum Abschluss haben mich meine Eltern auf eine Pizza bei Peppes eingeladen, sehr berühmt in Norwegen!!! Die Pizza ist dort so groß wie ein Wagenrad, kostet dafür aber leider auch ein WENIG mehr! ;) Dann musste ich meine Eltern auch leider schon wieder in den Bus setzen und habe gemerkt, dass 3 Tage einfach viel zu kurz waren, jetzt sehe ich sie erst an Weihnachten wieder! Nun denn, sehr viel Zeit zum Traurigsein hatte ich nicht, da ich für den Abend meine Kommilitonen zu mir eingeladen hatte. Leider konnten Martina und Saira nicht, aber mit den anderen drei hatte ich sehr viel Spaß. Meine Essen hat ihnen auch geschmeckt und ich wurde von Synnøve sogar um das Rezept gebeten! :-)Haben dann ein recht lang über das Medizinstudium und den ein oder anderen Kommilitonen geredet, sowie über die Dinge, die wir vor dem Studium gemacht haben. Ich konnte nicht sehr viel erzählen, aber Synnøve ist früher mal Balletttänzerin gewesen und Nina hat sich zwei Jahre lang die Zeit mit „Kitesurfen“ vertrieben, da war ich schon beeindruckt. Es hat so viel Spaß gemacht, dass das nächste Treffen sicher nicht lang auf sich warten lässt. Donnerstag waren Inga und ich nach Uni und Sprachkurs dann bei Tuva und Line aus der Uni zum Geburtstagsgrillen am Sognsvann eingeladen. Die beiden hatten auch in der letzten Woche Geburtstag gehabt und hatten eine Menge Leute eingeladen, die sich alle um ein großes Lagerfeuer versammelt, Würste, Stockbrot und Marshmallows gegessen und zusammen Lieder gesungen haben, begleitet von Tuva auf der Gitarre. Nach so viel Lagerfeuerromantik ist der heutige Tag ganz ruhig, muss gleich noch einmal die Wohung putzen und meine Sachen für die Bergenfahrt packen, die ja morgen in aller Frühe beginnt. Ich bin schon ganz gespannt! ;)

Sonntag, 5. Oktober 2008

Sleeping patients and sleep in the woods!


Ich sollte ein weniger öfter einen Eintrag schreiben, der Nachteil ist nämlich, dass wenn man immer über eine Woche wartet, man viel zu viel zu berichten hat. Nun gut.... wo fange ich an? Nachdem Chris letzte Woche wieder gefahren ist hat Inga ab Donnerstag Besuch von Julia aus Bonn bekommen. Freitag Abend sind wir alle zusammen nach Grünerløkka gefahren um im Fru Hagen etwas trinken zu gehen, nur leider war dort alles so überfüllt, dass wir am Ende doch in einem anderen Stadtteil von Oslo gelandet sind. Habe überrascht auf der Speisekarte eine Pizza für „nur“ 60 Kronen gefunden und sie natürlich sofort mit knurrendem Magen bestellt, um dann festzustellen, dass sie so groß war wie eine Untertasse... aber geschmeckt hat sie dennoch! ;) Samstag habe ich dann meinen ersten Patienten untersucht, zusammen mit Nils Christian, einem norwegischen Kommilitonen von mir. Hatte auch alles so gut gekappt, dass ich mir vorgenommen hatte, den nächsten Patienten ohne Hilfe zu untersuchen. Am Abend sind wir dann mit einer größeren Gruppe in die Stadt gezogen und sind in einen Club gegangen, der, man glaubt es kaum, nicht mal Eintritt gekostet hat. Die Musik war allerdings ein wenig träge und die männlichen Norweger sehr interessiert an den Mädels aus unserer Gruppe, so dass ich hin und wieder als Alibi-Freund eingesprungen bin, um allzu aufdringliche Norweger wieder zu verscheuchen. Sonntag war dann mein Aufräum-Wasch-und Journal-Schreibtag, bevor ich am Abend für meine WG gekocht habe. Scheinbar hat es auch geschmeckt, da sie wissen wollten, wo ich denn so gut kochen gelernt hätte und ich gestehen musste, dass ich erst in Norwegen damit angefangen habe... vielleicht habe ich ja doch das Talent von meinem Vater geerbt. Allerdings war ich an dem Abend ein wenig müde und die Gespräche drehten sich hauptsächlich um Literatur und osteuropäische Geschichte, so dass ich mein Kommunikationstalent nicht ganz so gut unter beweis stellen konnte. Nun ja... vielleicht kocht demnächst mal eine der Mädels für die WG. Montag Abend waren Inga, Julia und ich dann auf eine Hamburger-Party bei Mareike eingeladen.... seeeeeeehr lecker. Manche Fleischstücke vom Grill waren zwar innen noch ein wenig rosa aber ich habe mir gekonnt die durchgebratenen Stücke herausgefischt und mir mit Simone wahre Hamburger-Türme gebaut, die recht schwer zu handhaben waren! :-D Musste leider recht früh gehen, da am Dienstag mein „Horror-Tag“ auf dem Plan stand. Ich glaube, das war der Universitäts-intensivste Tag den ich hier hatte und haben werde. Morgens früh ging es mit einem Anästhesie-Praktikum los, in dem ich bei sage und schreibe 7 Abtreibungen dabei war, während ich die Patienten entweder per Maske beatmet habe oder ihr die Narkotika gespritzt habe.... das war schon ein Erlebnis. Danach ging es dann mit diversen weiteren Praktika weiter, PBL und zum krönenden Abschluss dann noch die drei Stunden Norwegischkurs. Dafür gab´s am Abend dann aber auch leckere Garnelen bei Inga und Julia, mit jeder Menge Knoblauch... herrlich! Mittwoch wollte ich dann, das Erfolgserlebnis vom Samstag im Hinterkopf, meinen zweiten Patienten untersuchen, diesmal allein. Leider war der Patient nur nicht ganz so geduldig mit meinen Sprachproblemen, so dass ich zwar seine Krankengeschichte aufnehmen konnte, er danach aber die Untersuchung verweigert hat und auch nicht wollte, dass ich später oder an einem anderen Tag nochmal zurück komme. Nun ja... es kann nicht immer alles glatt laufen, und nachdem ich mich aus Frust mit einer großen Portion Pommes mit jeder Menge Majo von der Dönerbude vollgestopft hatte, gings mir auch wieder besser. Als ich mich am Abend mit Kakao und Schokolade ins Bett gepackt hatte um unsere Lektüre „Et dukkehjem“ von Ibsen für den Norwegischkurs zu lesen, war ich sogar wieder richtig gut gelaunt. Donnerstag war dann das zweite Anästhesie-Praktikum, diesmal im Zentral-OP, wo ich mich an einer Intubation versucht habe, was mir allerdings nicht ganz so gut gelungen ist... jeder fängt schließlich mal klein an. Danach habe ich die Pause zur nächsten Veranstaltung genutzt um meine misslungene Patientenuntersuchung vom Vortag an einem anderen Patienten zu wiederholen und wer sagt´s, diesmal hat es auch allein sehr gut geklappt, was aber vielleicht auch daran lag, das der Patient selber Ausländer war und unser Norwegisch quasi gleich schlecht! ;-D Der Tag war allerdings wieder recht anstrengend gewesen, hatte ja auch wieder meinen geliebten Norwegischkurs, so dass mich am Abend kurz ausruhen wollte und mal eine halbe Stunde schlafen, bevor ich mein Journal schreiben wollte. Das Ergebnis davon war allerdings, dass ich den Wecker gekonnt überschlafen und bis zum nächsten Morgen in meinen Anziehsachen durchgeschlafen habe.... dafür war ich dann aber auch seeehr ausgeruht. Freitag Mittag ging dann nämlich unsere Wandertour mit anschließendem „Sleep in the woods“ los. Organisiert war der Kurztrip von der Universität für alle internationalen Studenten, und neben Inga und mir waren auch noch die beiden Schottinnen Charlotte und Camilla aus unserem Norwegischkurs mit von der Partie, nebst einer Menge anderer natürlich. Leider leider leider hat es an dem Tag angefangen zu regnen, so dass wir nach dem dreistündigen Marsch durch den Wald ein wenig durchnässt an der Hütte ankamen, aber dafür habe ich mich gut mit einer Dänin über „gender studies“ unterhalten (Grüße an Wiebke, dank dir konnte ich sogar interessante Dinge beisteuern!). Die Hütte war allerdings nicht nur ein kleines Holzhäuschen sondern schon eher eine Jugendherberge, mit einer Sauna und einem großen Gemeinschaftsraum. Dort haben wir dann den Rest des Tages mit Kartenspielen, Blackstories raten, Kartentricks bestaunen und natürlich leckerem Essen verbracht. Der Rückweg am nächsten Tag war dann auch nicht ganz so nass wie am Vortag, aber ich war dann doch froh, als ich endlich wieder in meinem trockenen Zimmer war und eine heiße Dusche nehmen konnte. Am Abend habe ich dann auch endlich meine Journale fertig geschrieben, die ich ja eigentlich schon am Donnerstag schreiben wollte. Nun denn.... da bin ich auch schon wieder am heutigen Tag angekommen, Sonntag, 5.Oktober 2008. Und was heißt das? Genau, morgen ist mein Geburtstag! Juchuuuuu! Morgen kommen dann meine Eltern und ich darf endlich die beiden Geschenke auspacken, die Chris hiergelassen hat.... ich freu mich ja so!

Samstag, 27. September 2008

Mamma Mia, was für eine schöne Woche!


So, die Zeit verfliegt rasend schnell und schon sind wieder fast zwei Wochen vergangen seit dem letzten Eintrag, ich lasse nach! ;) Was in der der letzten Woche genau passiert ist, weiß ich schon gar nicht mehr genau, aber dann scheint es auch nicht so besonders spannend gewesen zu sein. Bin fleißig in die Uni gegangen, zu den Sprachkursen und habe jede Menge Besorgungen fürs Wochenenende gemacht, denn Chris ist zu Besuch gekommen *Luftsprung mach*. Habe ihm am Freitag noch einen Gulrotkake gebacken, sprich einen Karottenkuchen. Das Rührgerät musste ich mir von Kristin aus Kringsjå ausleihen und ich habe nirgendwo in Oslo gemahlene Mandeln gefunden, so dass ich den Abend damit verbracht habe, mit einem Hammer auf Nüsse einzuschlagen und Karotten klein zu schreddern. Der Kuchen ist mir dann aber doch sehr gut gelungen, dank dem tollen Rezept aus der Sendung mit der Maus! ;) Da ich den Tag nicht zum Essen gekommen war, war ich sehr froh, dass ich am Abend in Kringsjå zum Spagetti-Essen eingeladen wurde, als ich das Rührgerät zurückgegeben habe.
Am Abend habe ich dann für Chris einen Geburtstagstisch vorbereitet. Und Samstag... ja Samstag, da bin ich ganz aufgeregt ganz früh aufgestanden, habe letzte Vorbereitungen getroffen und bin zum Hauptbahnhof gefahren. Und dann konnte ich es gar nicht glauben, als Chris WIRKLICH aus dem Zug gestiegen ist. Die nächsten Tage waren dann seeeeeehr schön und der Wettergott scheint Chris zu mögen, am Freitag hatte es noch geregnet aber ab Samstag war durchgehend blauer Himmel und Sonnenschein (das Wetter hält bis heute an). Zuerst gab´s dann eine kleine Bescherung für Chris und dann kam die obligatorische Sightseeing-Tour durch Oslo, die Karl-Johan entlang zu Aker Brygge und Oper. Mein typisch norwegisches Matpakke mit Geitost und Lefse konnte Chris jedoch nur teilweise begeistern (Zitat „Der Käse schmeckt nach Streichelzoo“). Am Abend haben wir dann noch ein Geburtstagsessen gekocht und Kein-Ohr-Hasen auf DVD geschaut... soooo ein schöner Film. Mal nachdenken... was kam am Sonntag? Ohja, da sind wir nach dem Frühstück mit der T-Bane nach Frognerseteren gefahren und haben den Blick über die Nordmarka genossen (der bewaldete Teil des Stadtgebietes von Oslo)! Danach noch ein Abstecher zum Holmenkollen und ein Blick über den bebauten Teil der Stadt und dann wieder hinab zum Vigelandspark (P.S. das V wird im Norwegischen wie ein W ausgesprochen! ;) Als wir auf dem Weg dorthin an dem sehr schönen Colosseum-Kino vorbeigekommen sind, haben wir den Entschluss gefasst, am Abend noch ins Kino zu gehen. Nachdem wir uns die Reste vom Vortag zu Gemüte geführt hatten sind wir dann am Abend wirklich in Mamma Mia gegangen, haben die mitgebrachten M&Ms gefuttert und überteuerte Cola getrunken... einfach toll! Und Oslo bei Nacht am Hafen kann ich auch sehr empfehlen! Montag sind wir dann bei mir in der Nähe frühstücken gegangen, in einem sehr romantischen Stadtteil von Oslo. Die Bäckerei wird jedoch von einem riesigen Schwarm Vögel belagert, so dass man auf sein Essen schon sehr aufpassen musste, um nicht ein paar Mitesser zu haben! ;) Dann musste ich wohl oder übel in einen Pflicht-Kurs in der Uni, bei dem ich unzählige Herzen anhören durfte, während Chris die Stadt auf eigene Faust unsicher gemacht hat. Er hat mir von seinen Streifzügen dann eine ganz tolle Rose mitgebracht und als mein Kurs zu Ende war sind wir zusammen mit Inga nach Blindern gelaufen und haben uns den Campus angeschaut. Sehr viel mehr ist an dem Tag glaube ich nicht passiert... außer dass wir uns am Abend die norwegische Version der Topmodels im Fernsehen angeschaut haben, mein neues Pflichtprogramm! :-D Dienstag Morgen habe ich ein amerikanisches Frühstück gemacht (auch wenn der French toast etwas dunkel war), eine kleine Märchenstunde eingelegt und Chris ein paar Geschichten aus dem tollen Buch vorgelesen, dass mir meine Schwester zum Abschied geschenkt hat. Allerdings mit der Wirkung, dass ich slebst die ein und andere Träne verdrücken musste (die Geschichten waren aber auch zuuuu schön).
Danach haben wir dann eine sehr schöne Tour entlang des Akerselva gemacht, vom Maridalsvann wo er beginnt bis zu seinem größten Wasserfall in der Stadt. Am Abend sind wir dann ein zweites Mal ins Kino gegangen und haben uns „The Dark Knight“ angeschaut, auch ein sehr guter Film (ich könnte mich an diese Kinobesuche glatt gewöhnen). Mittwoch sind wir dann noch einmal durch die Stadt geschlendert und haben uns dieses und jenes Geschäft angeguckt (Chris hat sich den Soundtrack von Mamma Mia gekauft, denn ich mir unverschämter Weise dann später einfach auf meinen PC gezogen habe) und zum Mittag gab es dann endlich die Bratäpfel, die ich eigentlich schon am Samstag als Dessert machen wollte! ;) Dann hieß es leider schon wieder Abschied nehmen *schnief* und ich musste ihm am Abend in den Zug setzen. Als kleinen Trost habe ich mir dann noch ein Poster für meine leere Wand gekauft und den Abend bei Inga verbracht, um mich abzulenken. Donnerstag stand dann der große Marathon-Tag in der Anästhesie an, sieben Stunden Praktikum in denen ich so schöne Dinge wie Wiederbelebung, Intubation und Zugang-Legen gelernt habe! ;) Jetzt wird der Alltag wohl wieder einkehren, nach dieser sehr schönen Woche, aber am Sonntag gibt´s ja erst noch mein kleines WG-Essen und heute werde ich meinen ersten Patienten untersuchen (bin schon ganz aufgeregt). Und dann habe ich ja auch schon gaaaanz bald Geburtstag und meine Eltern kommen zu Besuch, ich freue mich schon sehr!