
Es wird wieder Zeit für einen kleinen Eintrag. Die letzte Woche war sehr gemütlich, habe viel für andere gekocht und mich von anderen bewirten lassen. Montag hatte ich drei Kommilitoninnen eingeladen, von denen leider nur eine kommen konnte, aber Inga und Simone aus Bonn waren auch dabei. Habe mich an einem Kartoffelgratin versucht, der leider ein wenig flüssig blieb, aber geschmeckt hat es dennoch. Tuva, die Norwegerin, die dennoch gekommen ist, hat zum Nachtisch dann ein paar Bratäpfel gemacht, sehr lecker! Haben uns nett auf norwegisch unterhalten und konnte sogar eine meiner Mitbewohnerinnen animieren, sich ein wenig zu uns zu setzen. Mittwoch gab´s dann bei Inga eine Quiche und Donnerstag einen Kartoffelauflauf-Gemüse-Auflauf bei Simone in Kringsjå mit 5 weiteren Deutschen. Dazwischen bin ich auch irgendwann noch zur Uni gegangen und habe spannende Dinge über Urologie erfahren (musste dafür ausnahmsweise immer ins Krankenhaus nach Aker fahre, in dem Inga immer Unterricht hat). Finde meine Klein-Gruppe sehr nett und werde sie in den kommenden Wochen bestimmt mal zu mir zum Essen einladen! Freitag war ich nach der Uni nochmal kurz bei der Polizei und habe einen Brief meiner Krankenversicherung abgegeben, den sie noch für meine Aufenthaltsgenehmigung brauchten und habe dann wieder in Grönland Grünzeug eingekauft. Hatte eigentlich geplant, am Sonntag für meine WG zu kochen, hatte auch extra einen Zettel aufgehangen. Sonntagabend war dann leider niemand hier, anscheinend war der Zettel zu klein! Habe jetzt einen neuen größeren Zettel angefertigt und werde das Essen in dieser Woche veranstalten. Dafür konnte ich am Sonntag meine Gemüselasagne dann schon mal selber antesten und sie ist zum Glück genießbar. Samstag war ich auf einer kleinen Tour entlang des Akerselva (Akersfluss), der durch Oslo fließt. War eine kleine Gruppe von acht internationalen Studenten, von der Uni organisiert, und ein sehr netter älterer Norweger hat uns viele spannende Dinge über Oslos und Norwegens Geschichte und die des Flusses erzählt. Der Fluss ist im Vergleich mit dem Rhein eher ein kleiner Bach aber dennoch war er der Sitz der industriellen Revolution in Norwegen mit einer Menge kleiner Fabriken an seinem Ufer. Er hat aber auch ein paar beeindruckende kleinere Wasserfälle auf seinem Weg vom Maridalsee im Norden der Stadt bis zur Einmündung in den Fjord (insgesamt ist er nur wenige Kilometer lang). Habe auch einen der vielen Schwedenwitze von meinem Oslo-Guide gelernt, die laut seinen Angaben alle auf diesem Niveau sind. „Warum laufen die Schweden bei Gewitter immer lächelnd durch die Gegend? Weil sie denken, sie werden fotografiert!“ Die gleichen Witze gibt es übrigens von den Schweden auch über die Norweger, aber unser Guide meinte, die Witze der Norweger seien dennoch die besseren! :-D Am Abend war ich dann als Revange für meine Einladung am Montag bei den Norwegerinnen eingeladen (meine Strategie ist also aufgegangen!). Die Gruppe hat eine kleine Tradition, dass sie hin und wieder einen „Kuchen-Waffel-Abend“ machen und so konnte ich mir den Bauch mit den verschiedensten Leckereien vollschlagen. Habe mich dort sehr wohlgefühlt, auch wenn ich von den Witzen, die im schnellsten Norwegisch hin-und-her geworfen wurden nur einen Bruchteil verstanden habe, aber so ist das halt am Anfang. In einem Jahr kann ich dann vielleicht selber mal einen Witz machen. Dafür musste ich ein paar deutsche Kinderlieder zum besten geben, vom Geburtstags- bis Gute-Nacht-Lied und versprechen, bis zu meinem Geburtstag allen das deutsche „Zum Geburtstag viel Glück“ beizubringen. Gestern war ich dann ganz fleißig, bevor ich am Abend ja erkennen musste, dass keiner da war, der bekocht werden wollte, und habe meine Semesteraufgabe für den Norwegischkurs geschrieben. Kaum zu glauben, aber ich habe es wirklich geschafft, 1900 Wörter über erneuerbare Energien auf Norwegisch zu schreiben. Jetzt muss ich das ganze nur noch Korrektur-lesen, was sicher nochmal so lange dauert! ;-) Heute bin ich dann ganz vorbildlich mal wieder zu den Vorlesungen gegangen und habe danach in meiner Kleingruppe die chirurgische Händedesinfektion und Einkleidung trainiert – sehr lehrreich! Wurde auch gefragt, ob ich meinen Geburtstag nicht am 9.10 mit zwei Mädels aus der Gruppe zusammen feiern will, sie wollen alle an den Sognsvann gehen und „pinnebrød“ machen. Man sieht, so langsam lerne ich auch ein paar Norweger kennen!
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