Donnerstag, 16. Oktober 2008

Bergen, Regen und Kakao!



Regen – das beschreibt Bergen eigentlich sehr gut! Jedenfalls hat es die meiste Zeit geregnet, als wir am Wochenende nach Bergen gefahren sind, aber fangen wir am Anfang an. Freitag Abend war ich erst noch auf ein „Vorspiel“ bei Nick aus Australien eingeladen, bei dem ich mich in weiser Voraussicht anstatt mit Alkohol nur mit Weihnachtslimonade habe vollaufen lassen! :-D Weihnachtslimonade scheint etwas sehr norwegisch zu sein, man kann sie jedenfalls seit neuestem überall kaufen und sie schmeckt wie Ahoi-Brause! Der Abend hat auch richtig Spaß gemacht, auch wenn ich nach dem Vorspiel nicht mehr mit in die Stadt gegangen bin, sondern mich brav ins Bett gelegt habe, um wenigstens ein bisschen Schlaf zu bekomme. Am nächsten Morgen ging es dann um fünf mit dem Bus zum Flughafen Gardermoen und von dort dann mit dem Flugzeug nach Bergen. Das Flugzeug flog eine Stunde und man konnte die Aussicht über das größtenteils wolkenlose Norwegen genießen. Vom Flughafen ging´s dann wiederum mit einem Bus nach Bergen hinein, sodass wir um ca. 9 Uhr in Bergen ankamen und direkt einmal Postkarten gekauft haben, ohne vorher auch nur eine Sehenswürdigkeit schon gesehen zu haben! ;) Zur Planung des Tages ging es dann erst mal in ein kleine „Markthalle“, in der man allerhand Delikatessen kaufen und auch einen Kaffee trinken konnte. Als bekennender Kaffee-Feind habe ich mir allerdings einen Kakao bestellt, der qualitativ dem Ambiente leider nicht ganz entsprach... einer der schlechtesten, die ich je getrunken habe. Leider mussten wir beim Studium der Reiseführer feststellen, dass die meisten Museen in der dunklen Jahreszeit nur selten auf bzw. gar nicht geöffnet haben, so dass wir uns entschieden haben, mit der Fløibanen auf den Fløyen hinauf zu fahren. Die Bahn ist glaube ich eine der steilsten Norwegens und es war schon ein kleines Erlebnis für sich, wenn die Fahrt auch nur ein paar Minuten dauert. Von dort oben hatten wir dann eine sehr schöne Sicht auf Bergen und man hat sich munter auf eine kleine Wandertour begeben, zumal es (noch) nicht regnete. Eigentlich war geplant, bis zu dem anderen Berg zu laufen, von dem eine Seilbahn wieder hinabführte. Aber als wir nach zwei Stunden Wanderung mal eine entgegenkommende Norwegerin fragten, wie lange das noch sei, meinte sie, wir müssten bis dort noch 6 Stunden laufen und die Bahn würde gar nicht fahren.... gut, dass wir nachgefragt hatten! Zurücklaufen wollten wir nicht, aber eine Karte hatten wir auch nicht dabei, so dass wir ein wenig verloren in den Bergen herumliefen, bis eine weitere Norwegerin so nett war, uns ihre Karte zu vermachen (sie schien schon Erfahrung mit hilflosen Deutschen in den Bergen zu habe!). Nach guten 5 Stunden Wanderung waren wir dann auch wieder in der Zivilisation angekommen und pünktlich nachdem wir in den Bus zurück in die Innenstadt gestiegen waren, fing es an zu regnen – Glück gehabt! Danach wurde das Hostel unter die Lupe genommen. Unser Achtbettzimmer war nur durch eine nicht ganz hochgezogene Wand von einem Zehnbettzimmer getrennt, in dem es zwei Fenster gab – heißt, unsere Frischluftzufuhr war vom Lüften unserer Zimmernachbarn abhängig!An dem Tag haben wir auch nicht mehr viel geschafft, sind noch ein wenig an den Hafen gelaufen und Andrew hat für uns alle ein Abendessen gezaubert, dann sind wir alle erschöpft vom Tag ins Bett gefallen – trotz ca. 40°C im Zimmer! Am nächsten Morgen waren wir in einem kleinen kunterbunt Café zum Frühstücken und ich habe meinen zweiten Kakao in Bergen getrunken, dieser jetzt aber viel besser! Danach ging es dann auf eine kleine Tour durch ein Wohnviertel am Hang, ein sehr idyllischer Teil von Bergen – leider hat es dabei geregnet! Nachdem wir viele Fotos von süßen kleinen Häuschen gemacht haben, und sich jeder ausgesucht hatte, in welchem er gerne wohnen würde, sind wir wieder einen Kaffee bzw. Kakao trinken gegangen. Diesmal in einem kleinen Café, das angeblich den besten Kaffee von ganz Norwegen macht, aber der Kakao (mein dritter) war auch nicht von schlechten Eltern! Dann hieß es auch schon Abschied nehmen vom Großteil der Gruppe, da nur Inga, Simone und ich bis Montag bleiben wollten und der Rest schon am Sonntag wieder nach Oslo fuhr. Wir drei haben uns dann erst noch mal ins Hostel zurückgezogen und ein wenig gequatscht, bevor wir uns den Rest von Bergen angeschaut haben, wobei es natürlich geregnet hat! Sehr lange konnte man sich mit dieser Sightseeing-Tour auch nicht beschäftigen, da Bergen erschreckend klein ist! :-D So sind wir dann recht schnell wieder ins Hostel zurückgekehrt wo wir bereits vier neue Zimmernachbarn hatten, die sich anscheinend auf Dänisch unterhielten, wobei ich kein Wort verstanden habe. Die folgende Nacht war nicht weniger schweißtreibend und dazu wurden wir am Morgen noch von einem Feueralarm geweckt, den aber jeder zu ignorieren versuchte, so dass wir wahrscheinlich verbrannt wären, wenn es wirklich ein Feuer gegeben hätte. Am Ende war es doch nur eine Sicherheitstür gewesen, die jemand zu öffnen versucht hatte. Nachdem wir ausgecheckt, sprich unsere Zugangskarten in einen Eimer geworfen hatten ;-D, sind wir in eine Bäckerei frühstücken gegangen in dem ich meinen letzten und besten Kakao in Bergen getrunken habe (diesbezüglich konnte man eine echte Steigerung in den drei Tagen erkennen). Mit unseren Taschen bepackt sind wir dann noch zur letzten Sehenswürdigkeit von Bergen gefahren – ein kleines Freilichtmuseum mit alten Häusern aus Bergen. Leider regnete es schon wieder (oder immer noch?) und das Museum bestand nur aus einer handvoll aus Häusern, so dass wir schon fast bereuten, das Geld für den Bus ausgegeben zu haben. Da wir auch keine große Lust hatten, noch länger im Regen durch Bergen zu stiefeln haben wir uns die letzten Stunden vor Abfahrt an den Bahnhof in ein Kaffee gesetzt und haben Karten gespielt. Auch auf der siebenstündigen Zugfahrt zurück war das die Hauptbeschäftigung, wobei zu Beginn der Fahrt einen die wilde Natur Norwegens noch mehr fesselte. Unter anderem ging es hinauf zur höchsten Haltestelle von Norwegen, bei der kein einziger Baum mehr zu sehen war und man quasi auf eine Eislandschaft in den Bergen blickte, da begann man sogar im Zug zu frieren. Nach Einbruch der Dunkelheit hat man sich dann aber ganz und gar dem Kartenspiel gewidmet. Zurück in Oslo waren wir dann alle froh, wieder da zu sein und der Sonnenschein am nächsten Tag hat mich davon überzeugt, dass ich schon die richtige Stadt in Norwegen gewählt habe! Jetzt ist der Alltag wieder da und ich muss mich langsam ans ernsthafte Lernen machen, schließlich ist hier die Hälfte des Semesters schon rum, während es in Deutschland gerade erst begonnen hat.

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