
So, jetzt bin ich ein Jahr älter und fühle mich gleich viel weiser! Sonntag Nachmittag bin ich nach dem Schreiben meines Blog-Eintrages bei den drei Britinnen eingeladen gewesen (sie studieren zwar alle in Schottland aber Camilla besteht darauf, dass sie Engländerin ist!). Es war ein richtig schöner Abend mit Apfelkuchen, Scones, Muffins, Pfannkuchen und einer schottischen Spezialität mit Pflaumen und Zucker, deren Namen ich allerdings wieder vergessen habe. Im Gegensatz zu meiner WG haben ich mich mit ihnen auch über Norwegens Topmodel unterhalten und über andere ausländische Studenten lästern können, was mir sehr gut gefallen hat! Als kleine Vorgeburtstagsüberraschung musste ich dann die Augen schließen und sie haben in alle Kuchen und Köstlichkeiten auf den Tisch Kerzen gesteckt und angezündet, wobei sie zunächst erst noch recht lange nach einem Feuerzeug suchen mussten und davor schon versucht hatten, die Kerzen mit dem Ofen zu entzünden. Dementsprechend musste ich sehr lange die Augen geschlossen halten aber ich war dann doch seeeeehr gerührt. Nachdem mir dann irgendwann schlecht vom vielen Essen war habe ich mich nach Hause nach Sogn gerollt und begonnen, meine Wohnung zu putzen, bevor meine Eltern am nächsten Tag kommen sollten.

Inga hat währenddessen in ihrer Wohnung einen Kuchen für mich gebacken, der allerdings aufgrund des Ofens nicht ganz so wurde wie sie wollte, so dass sie ein wenig unzufrieden war, als ich mir das Rührgerät bei ihr abgeholt habe. Trotz Beteuerungen, dass der Kuchen ganz fabelhaft sei, hat sie darauf bestanden, mir am nächsten Tag noch einen neue zu backen. Kurz vor 11 Uhr habe ich mich dann an meinen eigenen Kuchen gemacht, einen Rotweinkuchen, der mir überraschenderweise sehr gut gelungen ist, unser Ofen scheint besser zu sein! ;) Um 12 Uhr hat mich dann Chris über Sykpe angerufen, mir ein tolles kleines Ständchen in Anzug und Krawatte gehalten (einfach süß) und Inga hat mir ihren Kuchen Nummer 1 vorbeigebracht, der trotz kleiner Schönheitsprobleme dennoch sehr gut geschmeckt hat. Durfte dann auch schon meine ersten beiden Geschenke von Chris auspacken!!! Am nächsten Morgen bin ich dann ganz brav zu den Vorlesungen gegangen und später zu meiner klinischen Kleingruppe ins Aker-Krankenhaus. Auf dem Weg dorthin fuhr allerdings plötzliche eine Bahn im Tunnel nicht mehr weiter, so dass ich einen riesigen Umweg fahren musste und zu spät ankam, was meine Geburtstagsfreude für einen kleinen Moment einschränkte.

Nach der Uni habe ich dann ein kleines Geburtstags-Kaffeekränzchen bei mir veranstaltet und dazu Mareike, Kristin, Simone, Andrew und Inga eingeladen. Andrew hatte ein ganz tollen „Dipp im Brot gemacht“ der trotz dem darin vorhandenen Lachs mir seeeehr gut geschmeckt hat, Kristin hatte Cookies gebacken und Inga kam mit dem Kuchen Nummer 2, der neben seinem guten Geschmack nun auch noch fabelhaft aussah!!! Um sechs habe ich dann meine Gäste einfach verlassen um meine Eltern abzuholen und sie waren so nett und haben für mich abgespült.

Obwohl ich ein wenig zu spät war, konnte ich dann doch irgendwann meine Eltern endlich mal wieder in den Arm nehmen und wir sind alle zusammen zu meinem Onkel gefahren, der meinen Cousin abgeholt hatte, welcher mit dem gleichen Flug wie meine Eltern gekommen war. Bei meinem Onkel habe ich dann die Geschenke von meiner Schwester und meinen Eltern in Empfang nehmen dürfen, darunter ein niedlicher KeinOhrHase von meiner Schwester, über den ich mich sehr gefreut habe. Die anfängliche Idee, am Abend noch etwas Essen zu gehen, haben wir dann fallen lassen, weil alle etwas müde waren, so dass wir den Abend mit Kaffee und Cocktails ausklingen ließen, bevor mein Onkel mich zurück nach Sogn gefahren hat.

Am nächsten Morgen sind meine Eltern ganz früh nach Sogn gekommen, haben sich mein Zimmer angeguckt und mit mir zusammen das Paket abgeholt, das sie mir geschickt hatten, welches aber leider einen Tag zu spät angekommen ist. Darin waren so viele Süßigkeiten, dass ich sicher noch ein wenig brauche, bis ich alles aufgegessen habe! ;) Danach ging´s zum Frühstücken in die Bäckerei, in die ich schon Chris ausgeführt hatte und dann durch Blindern runter in die Stadt zum Geburtstags-Shopping. Habe ganz tolle neue Klamotten abstauben können, darunter auch endlich eine Winterjacke, so dass ich für die kommende Jahreszeit ausgerüstet bin. Dann musste ich allerdings zur Uni und meine Eltern haben sich auf eigene Faust die Sehenswürdigkeiten von Oslo angesehen, die ja glücklicherweise alle eng beieinander liegen! Haben uns dann in meiner Wohnung wiedergetroffen und sind schließlich noch einmal zum Sognsvann gelaufen und haben die Herbstlandschaft Norwegens bewundert. Von da ging´s mit der T-Bane zu meinem Onkel, wo meine Tante ein leckeres Essen gezaubert hat und ich auch von ihr ein paar Geschenke bekommen habe (habe dieses Jahr richtig gut abgesahnt!).

Die Nacht habe ich dann bei meinem Onkel geschlafen, am nächsten Morgen gab´s noch ein kurzes Frühstück und dann bin ich mit meinen Eltern wieder zum Bahnhof zurück, wo wir der Oper einen Besuch abgestattet haben. Zum Abschluss haben mich meine Eltern auf eine Pizza bei Peppes eingeladen, sehr berühmt in Norwegen!!! Die Pizza ist dort so groß wie ein Wagenrad, kostet dafür aber leider auch ein WENIG mehr! ;) Dann musste ich meine Eltern auch leider schon wieder in den Bus setzen und habe gemerkt, dass 3 Tage einfach viel zu kurz waren, jetzt sehe ich sie erst an Weihnachten wieder!

Nun denn, sehr viel Zeit zum Traurigsein hatte ich nicht, da ich für den Abend meine Kommilitonen zu mir eingeladen hatte. Leider konnten Martina und Saira nicht, aber mit den anderen drei hatte ich sehr viel Spaß. Meine Essen hat ihnen auch geschmeckt und ich wurde von Synnøve sogar um das Rezept gebeten! :-)Haben dann ein recht lang über das Medizinstudium und den ein oder anderen Kommilitonen geredet, sowie über die Dinge, die wir vor dem Studium gemacht haben. Ich konnte nicht sehr viel erzählen, aber Synnøve ist früher mal Balletttänzerin gewesen und Nina hat sich zwei Jahre lang die Zeit mit „Kitesurfen“ vertrieben, da war ich schon beeindruckt. Es hat so viel Spaß gemacht, dass das nächste Treffen sicher nicht lang auf sich warten lässt.

Donnerstag waren Inga und ich nach Uni und Sprachkurs dann bei Tuva und Line aus der Uni zum Geburtstagsgrillen am Sognsvann eingeladen. Die beiden hatten auch in der letzten Woche Geburtstag gehabt und hatten eine Menge Leute eingeladen, die sich alle um ein großes Lagerfeuer versammelt, Würste, Stockbrot und Marshmallows gegessen und zusammen Lieder gesungen haben, begleitet von Tuva auf der Gitarre.

Nach so viel Lagerfeuerromantik ist der heutige Tag ganz ruhig, muss gleich noch einmal die Wohung putzen und meine Sachen für die Bergenfahrt packen, die ja morgen in aller Frühe beginnt. Ich bin schon ganz gespannt! ;)
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