Dienstag, 30. Juni 2009

Ende gut, alles gut!


So, jetzt ist es geschehen, Erasmus hat sich verabschiedet und ist wieder davongezogen, mein Jahr in Oslo ist vorbei und ich sitze wieder an meinem alten Schreibtisch bei meinen Eltern in Deutschland und schreibe den letzten Eintrag für diesen Blog. Es war ein tolles Jahr und ich werde vieles wahnsinnig vermissen, aber zunächst noch der Bericht über meine letzten Tage in Oslo. Wie fast immer in diesem Jahr hatten wir großes Glück mit dem Wetter und haben eine sonnige und heiße letzte Woche in Norwegen gehabt, als ob sich das Land zum Abschied extra nochmal von seiner besten Seite gezeigt hätte. Mittwoch bin ich deswegen mit Inga an den Sognsvann gegangen und habe mich mit ihr dort in die Sonne gelegt und wir sind im See geschwommen. So ein See fehlt Bonn, es gibt nichts besseres als sich in einem kühlen Süßwassersee zu erfrischen. Ein wenig gerötet von der Sonne sind wir am Abend dann in die Stadt gegangen und sind über den etwas klein geratenen Info-Park auf dem Rathausplatz gewandert. Zu der Zeit waren nämlich gerade „skeive dager“ in Oslo, die „schiefen Tage / queer days“ welche mit dem CSD in Deutschland vergleichbar sind. Danach haben wir uns mit Vegard, Stian und Kristian getroffen und haben uns „engler og demoner“ im Kino angesehen, die Verfilmung des Buches Iluminati. Das Buch hatte in den Tagen zuvor auf norwegisch gelesen und war deswegen ein wenig enttäuscht von dem Film, aber das ist ja immer so. Donnerstag habe ich dann fast den gesamten Tag am Sognsvann verbracht, von mittags 12 bis abends 8. Ich habe dabei auch mein Vorhaben vom Vortag wahr gemacht und habe den See einmal quer durchschwommen – einfach wunderbar! Zunächst waren nur Vegard und Inga dabei, und wir haben gegrillt, gelesen und faul rum gelegen. Später kam dann noch ein Bekannter von Vegard und Kristian dazu. Kristian ist auch ein sehr netter Kerl, ein Freund von Vegard und Stian der das erste Jahr mit Vegard studiert hat dann aber zum Studieren nach Ungarn gegangen ist und nun zum Sommer wieder zu Besuch kam. Nachdem bis auf Kristian alle gegangen waren kam am Schluss noch Stian an den See und wir haben zu dritt noch einmal gegrillt und ein wenig über einen Schweden gelacht, der fleißig in den Eingangsgrill pustete. Als Kristian zum Schluss den Grill mit Wasser löschte und danach merkte, dass das Wasser den Hügel hinab auf die ausgebreiteten Handtücher einer Familie zufloss, hat er interessante Joga-Übungen hingelegt, um das Wasser am Weiterfließen zu hindern, sehr amüsant. Nach den 8 Stunden am See war meine Haut ein wenig gestresst, so dass ich am nächsten Tag auf ein Sonnenbad verzichtet habe und stattdessen alles Organisatorische erledigt habe, was noch anstand. Habe mich im Folkeregister wieder abgemeldet und meine Aufenthaltsgenemigung wieder bei der Polizei abgegeben (aber nicht ohne vorher noch ein Foto davon zu machen!). Danach habe ich mich mit Vegard im Schlosspark getroffen und ihm beim Sonnen zugesehen, während ich im Schatten einen leckeren Hamburger verdrückt habe. Zur gleichen Zeit war auch eine Musikparade der Schlossgarde auf dem Schlossplatz, so dass wir beim Faulenzen auch noch ein wenig musikalische Untermalung hatten. Zum Abschluss des Tages bin ich dann am Abend noch ein letztes Mal zu meiner Familie in Oslo gefahren und wir haben zusammen gegrillt (diesmal leckeres Lammfleisch anstatt der ewigen Würstchen) und haben Krocket gespielt, bei dem nach meiner schlechten ersten Leistung doch tatsächlich einmal gewonnen habe und einmal zweiter geworden bin! Zum Abschied hat mir dann meine Tante auch noch zwei norwegische Bücher geschenkt, welche ihre Tante geschrieben hat, und eine CD der bekannten samischen Sängerin Mari Boine, welche ich mir gerade anhöre. Samstag war dann ein langer Tag. Ich bin früh aufgestanden um mit meinen letzten Back-Utensilien meinen letzten Rotwein-Kuchen zu backen. An diesem Tag wollte Vegards Mitbewohnerin Maria ausziehen und dafür Stian in die Wohnung einziehen und ich habe mich natürlich fürs Helfen gemeldet. Da ich all die Dinge, welche ich über das Jahr bei IKEA angeschafft hatte, von Teppich und Gardinen über Teller, Tassen und Teller bis zu meinen geliebten Pflanzen, leider nicht wieder mit nach Deutschland nehmen konnte, habe ich alles in zwei große IKEA-Taschen gepackt und mich dann mit diesen und dem Kuchen auf den Weg zu Vegard gemacht. Das war aber leichter gesagt als getan, weil die Taschen unverschämt viel wogen und ich immer nur 25 Meter gehen konnte, bevor ich wieder eine Pause machen musste. Zum Glück hat mich dann aber Vegard von der Bahn abgeholt, so dass dieser Weg einfacher zu bewältigen war. Dann hießen es mit anpacken und Kisten, Schränke, Fernseher und Betten hinauf und hinunter schleppen. Vegard hat sich auch sehr über meine kleine Gabe zum Einzug gefreut, hat die beiden Taschen langsam und genussvoll ausgepackt und alles direkt in die Wohnung integriert. Ich bin mal gespannt, wie viel davon noch da ist, wenn ich das nächste Mal zu Besuch bin. Den Umzug halb abgeschlossen sind wir dann zu viert, Vegard, Stian, Kristian und ich auf die Karl Johan gegangen und haben uns die Abschlussparade der „skeive dager“ angesehen, welche im Vergleich zum CSD in Köln aber unglaublich klein und sehr gesittet ausfiel. Mit knurrendem Magen bin ich danach noch mit Stian und Kristian zu TGIFridays gegangen und habe dort meine letzten Kronen für einen leckeren Burger ausgegeben. Zurück in der Wohnung haben wir dann versucht das Wohnzimmer halbwegs ordentlich hinzubekommen, damit wir dort am Abend eine kleine Einweihungsfeier abhalten konnten, zu der Inga dann auch erschienen ist. Zusammen haben wir meinen Rotwein-Kuchen verspeist, Ingas restlichen Alkohol vernichtet, alberne Fotos gemacht und Trink-Spiele gespielt – alles in allem ein sehr gelungener Abend. Danach hat sich Inga wieder auf den Heimweg gemacht, während wir vier Jungs noch zu einer Schwulen-Party ins Rockefeller gegangen sind, bei der Vegard und ich sogar bis zum Ende geblieben sind, auch wenn ich die letzte Stunde nur noch an einem Tisch gestanden habe, weil meine Beine nicht mehr zum Tanzen zu bewegen waren. Als wir die Party verließen war es draußen bereits wieder taghell und ich musste noch ein wenig auf Vegard warten, der überall noch mit Bekannten reden musste! * Nachdem ich dann um halb 5 endlich im Bett war, ich habe diese Nacht bei Vegard in der WG gepennt, sind meine Augen unmittelbar zugefallen, auch wenn es in dem Zimmer mindestens 30 Grad war (die letzten Tage in Oslo waren so warm, dass die Temperatur nachts nicht unter 20 Grad fiel, sogenannte Tropennächte).
Am nächsten Tag wurde ich dann auch viel zu früh von den anderen geweckt, aber für den Sonntag wollte wir alle zusammen noch einmal auf eine der Inseln im Oslofjord fahren und im Meerwasser schwimmen. Der Tag auf der Lindøya war dann auch sehr schön, wir sind von dem Steg ins Meerwasser gesprungen (Vegard hat dabei beeindruckende Salti vorgeführt), haben uns auf dem Rücken liegend auf dem Wasser treiben lassen und ich habe meine letzten norwegischen Grillwürstchen verspeist. Danach hieß aber leider schon Abschied von Stian und Kristian nehmen, welche am nächsten Tag arbeiten mussten, aber wir haben das ganze kurz und schmerzlos gestaltet. Nachdem ich mir dann bei Vegard noch einmal das Salz von der Haut geduscht hatte, habe ich mich mit Inga und ihren Eltern bei Aker brygge getroffen und wurde freundlicherweise von ihnen zum Essen eingeladen. Dies war wohl das nobelste Restaurant, in dem ich in diesem Jahr gewesen bin und die schöne Aussicht über den Hafen, die warme Luft und mein leckerer Caesar-Salat machten diesen Abend zu einem gelungenen Abschluss für unser Jahr in Norwegen. Nachdem ich mit Inga dann das letzte Mal mit der T-Bane nach Sogn gefahren bin, hieß es den Rest zusammen zu packen und mein Zimmer und die Wohnung zu putzen, bevor ich mich dann in meinem nackten Zimmer ein letztes Mal ins Bett gelegt habe und dabei schon ein wenig wehmütig wurde. Mein letzter Tag in Norwegen begann dann früh und nachdem ich den letzten Blick in das Zimmer geworfen habe, in dem ich gute 11 Monate gewohnt habe, habe ich meine Koffer bei Inga untergestellt und bin hinauf nach Kringsjå gegangen um meine Schlüssel abzugeben. Zusammen mit Inga habe ich dann meine Koffer zu Vegard in die Stadt gebracht.
Inga hat sich dann wieder mit ihren Eltern getroffen, während ich mit Vegard in der Wohnung gesessen habe und wir noch einmal über alles gesprochen haben, was wir in dem Jahr so zusammen erlebt haben. Später kam dann Inga wieder und wir haben zusammen ein leckeres Mittagessen gezaubert und Vegard hat uns beiden jeweils ein Buch zum Abschied geschenkt. Nachdem wir dann noch ein wenig gequatscht hatten musste ich leider schon bald zum Bahnhof wo ich mich dann von Vegard verabschieden musste. Das war schon sehr traurig, aber unser nächsten Treffen liegt ja nicht in allzu weiter Ferne. Dann habe ich mit mit meinen Koffern bepackt in den Zug gesetzt, bin zum Flughafen gefahren und konnte aus dem Flugzeug noch einmal einen letzten Blick auf Oslo schmeißen und habe sogar mein Studentenheim erkennen können. Am Düsseldorfer Flughafen kamen meine Koffer ausnahmsweise mal als eine der ersten aufs Band, so dass ich nicht lange warten musste, bis ich meine Eltern, meine Schwester und Alex wieder in die Arme schließen konnte, welche am Flughafen ein kleines Empfangskomitee mit Luftballons und Windmühle gebildet hatten. Glücklich und traurig zugleich haben wir dann am Flughafen zusammen noch eine Pizza gegessen, bevor ich mit meinen Eltern wieder nach Waldbröl gefahren bin. Am Abend gab es dann noch einen kleinen Sektumtrunk mit meinen Eltern auf der Terrasse, bevor ich mich in mein altes Bett gelegt und seeeehr lange geschlafen habe. Heute morgen sitze ich jetzt an meinem Schreibtisch und merke, dass ich endgültig wieder in Deutschland angekommen bin und mein Jahr in Norwegen vorbei ist. Trotz mancher Steine, die uns in den Weg gelegt wurde, haben Inga und ich dieses Jahr doch sehr gut gemeistert und ich würde mich immer wieder dafür entscheiden. Wir haben so viele tolle Sachen erlebt und so nette Freunde gefunden, die ich auf jeden Fall wieder treffen werde! Oslo hat sich in diesem Jahr von seiner besten Seite gezeigt, uns mit dem besten Winter seit langem erfreut und uns zum Schluss noch einen selten guten Sommer beschert. Zu allem Überfluss hat Norwegen dann auch noch im Eurovision Song Contest gewonnen, so dass ich nächstes Jahr wieder nach Oslo reisen werde, um dort das Finale anzusehen. Ich werde dieses Jahr sicher immer in guter Erinnerung behalten aber ich freue mich auch auf all die schönen Dinge, die jetzt folgen. Ich freue mich auf all meine Freunde, welche ich solange nicht mehr gesehen habe, auf eine tolle Reise nach Teneriffa und auf meine neue Wohnung in Bonn. Deswegen ziehe ich hiermit einen Schlussstrich unter mein Jahr in Norwegen, vielen Dank für diese schöne Zeit lieber Erasmus!

Alt har en ende, bare pølser har to!

Ende gut, alles gut!

Mittwoch, 24. Juni 2009

Sommerurlaub in Oslo


So, jetzt habe ich fast alles erledigt, was ich in Norwegen noch brauchte, und der Rückkehr nach Deutschland steht nichts mehr im Wege. Die Prüfung am letzten Mittwoch ist ganz gut gelaufen. Morgens um 9 mussten wir uns in der Eingangshalle der Klinik einfinden, von wo wir von unserem Prüfer abgeholt wurden. In einem kleinen Hörsaal in der 4. Etage wartete dann auch mein Patient auf mich (es war der gleiche Hörsaal, in dem ich auch meinen allerersten Unterricht in Norwegen hatte, so schließt sich der Kreis). Leider stellte sich heraus, das die Patientin genau das hatte, was ich am wenigsten gut konnte und ich auf keinen Fall bekommen wollte – eine Pneumonie. Die Anamnese und körperliche Untersuchung verliefen noch ganz reibungslos aber durch die folgenden Fragen habe ich mich doch eher schlecht als recht hindurch gekämpft. Anscheinend war mein Eindruck von mir selbst schlechter als es die Prüfer dachten, da sie mir zum Abschluss doch noch ein B gegeben haben (vielleicht lag es auch daran, dass sie vorher noch die Noten verteilt haben). Als Belohnung war das Wetter nach der Prüfung auch wunderbar und nachdem ich meinen abschließenden Bericht für Erasmus geschrieben habe, während Inga in ihrer Prüfung war, sind wir danach an den Sognsvann gefahren, haben uns in die Sonne gelegt und ich habe mich auch einmal kurz in die Fluten gestürzt. Zum Abschluss gab es dann leckere Schweinefilets bei Inga (nach zwei Wochen mit Fertigpizza und Spagetti) und dann wurde laaaaaaange geschlafen. Donnerstag haben Inga und ich nur eine kleine Shoppingtour durch Oslo gemacht, da das Wetter leider wieder schlechter wurde und Freitag wollten wir dann unsere Abschlussbescheinigung der Uni samt unserem „transcript of records“ bei Anne Westheim, unserer Koordinatorin abholen. Zunächst wurde wir nocheinmal zwei Stunden vertröstet und in die Kantine geschickt, wo wir einen nervösen Vegard getroffen haben, der auf seine Prüfung wartete, nur um dann gesagt zu bekommen, dass wir unsere transcripts wohl erst am Dienstag abholen könnten – tusen takk! Am Abend wollten wir dann eigentlich zum VG-top20-Konzert auf dem Rathausplatz, bei dem die 20 beliebtesten Sänger aus Norwegen auftreten sollten, darunter auch Alexander Rybak und Aha. Leider hat es dermaßen geregnet, dass wir zwar zum Konzertplatz hingefahren sind, uns dann aber entschieden haben, das Konzert bei einer Tasse Tee bei mir Zuhause im Fernsehen anzusehen. Dei triefnassen Teenies betrachtend waren wir über diese Entscheidung am Ende auch sehr froh. Samstag wurde das Wetter dann langsam besser und wir sind am Nachmittag zu Vegard gegangen. Dort haben wir Christian kennen gelernt, der zur Zeit drei Monate bei Vegard in der Wohnung haust. Zusammen haben wir meinen Rotweinkuchen gegessen, Ferngesehen und Wizard gespielt (wobei Vegard natürlich wieder haushoch gewonnen hat) und zum Abschluss lecker gekocht und beim Essen „Fight club“ geschaut, sehr gemütlich. Danach sind Vegard und ich noch ins Ett Glass gegangen, wo wir später auch noch Christian und Stian getroffen haben. Dem Wetter misstrauend und zu faul zum laufen habe ich dann auch mal wieder den Nachtbus nach Hause genommen. Sonntag waren Inga und ich dann mal wieder fleißig und sind ins Domus athletica trainieren gegangen und am Abend sind wir dann zu zweit ein wahrscheinlich letztes mal ins Blå gegangen.
Unser Bier schlürfend und leckere Frühlingsrollen mampfen haben wir uns dann so lange über unsere Rückkehr nach Bonn und frühere/ bald wieder aktuelle Kommilitonen unterhalten, dass wir die erste Hälfte der Live-Musik verpasst haben. Nachdem wir dann aber doch noch ein wenig der Musik gelauscht hatten und merkten, dass anscheinend jeden Sonntag die gleichen Lieder gespielt werden, haben wir uns um 12 dann auch wieder auf den Rückweg gemacht. Montag war dann das Wetter derart toll (und ist bisher auch so geblieben), dass wir zusammen mit Vegard, seiner Schwester, einem Freund von Vegard und einem unglaublichen knuffigem Hund nach Huk an den Strand gefahren sind. Da wurde sich dann gesonnt, gegrillt, gelesen, gequatscht und ab und zu sind wir auch in den Fjord gehüpft und haben uns abgekühlt, richtiger Sommerurlaub. Gestern konnten Inga und ich dann auch endlich unsere „transcripts of records“ bei Anne Westheim abholen, wenn wir auch noch mal für 15 min zu einem Kaffee in die Kantine geschickt wurden. Das war somit unser letzter Besuch bei der guten Frau und jetzt haben wir alles beisammen, um zurück nach Deutschland zu kommen (ab jetzt beginnt der Kampf mit unserer deutschen Koordinatorin wieder). Danach sind wir in den Botanischen Garten gefahren, haben versucht Baumarten zu bestimmen und haben uns das zoologische und geologische Museum angeschaut, die meines Erachtens sehr gut gemacht waren. Nach dem Betrachten hunderter ausgestopfter Tiere, riesigen versteinerten Dino-Skeletten, schimmernden Edelsteinen und dem in Oslo ausgestellten „missing link“ zwischen Mensch und Affe „Ida“ hatten wir aber auch schon wieder genug von Museen. Den Rest des Tages habe ich mich dann mit meinem Buch auf mein Bett gelegt, wovon ich leider ordentliche Kopfschmerzen zu Ende hatte, so dass ich mich früh ins Bett gelegt habe. Heute morgen lädt das Wetter wieder an den Strand oder See ein, mal sehen was es wird. Jedenfalls genieße ich die letzte Woche in Oslo, von der jetzt auch nur noch 5 Tage übrig sind, bevor es nächsten Montag dann mit dem Flieger in die Heimat geht.

Dienstag, 16. Juni 2009

Time to say goodbye!

So, jetzt ist es bald soweit. Das Lernen habe ich gestern abgeschlossen und jetzt sitze ich in meinem Zimmer und warte darauf, dass es morgen wird und ich zu meiner mündlichen Prüfung gehen kann. Eigentlich bin ich noch ganz entspannt und alle, die heute schon Prüfung hatten meinten im Internet, die Prüfung sei auch ganz locker. Aber bevor ich den Blick nach vorne richte erst noch ein kleiner Rückblick auf die letzte Woche. Nachdem wir von unserer Fahrt nach Fjærland wieder gekommen waren fing wie vor Weihnachten wieder eine Woche voller Abschiede an. Nachdem Markus ja schon vor zwei Wochen gefahren ist, war Rosie die nächste, welche nach einem Jahr in Norwegen wieder in den Flieger gestiegen ist. Mittwoch Abend gab es deswegen noch einmal ein großes Abschieds-Essen im Café Tullins, zu dem neben Charlotte, Sebastian, Inga und Marton auch Stian, Vegard und überraschender Weise auch Kristine erschienen sind. Als kleine Andenken habe ich dann Rosie und Charlotte zwei meiner liebsten Kinderbücher auf Norwegisch geschenkt, der Wunschpunsch (Trylledrikken) und Jim Knapp og Lukas lokomotivfører. Nach dem Essen ging es dann zu Vegard in die Wohnung zu einem kleinen Spieleabend. Am gleichen Abend kamen dann auch meine Schwester und Alexander in Oslo an, welche vorher ein paar Tage in Stockholm gewesen waren. Die beiden wollten eigentlich mit dem Zug kommen, der aber schon so voll war, dass sie keine Plätze mehr bekommen hatten und deswegen spontan fliegen mussten. Nachdem ich die beiden also am Nationaltheater abgeholt hatte, ging es noch ein wenig zu Vegard bevor wir dann alle aufgebrochen und mit der letzten T-Bane zurück nach Sogn gefahren sind. Vor der Tür hieß es dann endgültig Abschied nehmen von Rosie, aber ich habe mich ja schon zu einem baldigen Besuch in Schottland angemeldet. Am nächsten Morgen haben wir erstmal ausgeschlafen, weil Nina und Alex von ihrem Stockholm-Sightseeing noch ganz geschafft waren. Begonnen haben wir den Tag dann mit einem verspäteten Frühstück in der Bäckerei im Eventyrveien, welches schon von einer ganzen Horde von Müttern und Vätern mit kleinen Kindern bevölkert war, zur Freude meiner Schwester!
Danach ging es durch Blindern zum Vigelandspark, den ich inzwischen schon so gut kenne, dass ich mich wahrscheinlich auch blind darin zurecht finden würde! Danach ging es mit der Trikk (Ninas Lieblingsfortbewegungsmittel in Oslo) nach Aker brygge, wo sich Alex nach einer kleinen Besichtigungstour in die Sonne gelegt hat und so Nina aufmerksam auf ein kleiner Schweden-Souvenir wurde – eine ZECKE auf Alex´ Bauch – aus dem FSME Gebiet schlechthin!!! Nina hat sie am Abend dann fachmännisch entfernt und ich habe bisher auch noch nichts von Fieberanfällen mitbekommen, deshalb gehe ich mal davon aus, dass es eine nette Zecke war. Um den Schreck zu verdauen haben wir uns dann erst einmal eine Tasse Kaffee (bzw. Kakao für mich) im Ett Glass genehmigt, bevor es dann noch zur Oper und der Festung Akershus ging (von der aus wir eine pervers große und hässliche Jacht und ein schnuckeliges kleines Hausboot beobachten konnten). Zum Abschluss ging es dann noch kurz(!!!) in die Nationalgalerie zum Schrei (ich weigere mich mehr anzusehen als dieses eine Bild) und dann wurde ein leckeres Abendessen im Tullins verspeist (wo ich bald auch die Karte durch habe, aber es ist echt lecker!). Danach ging es mit der Trikk rauf zum Rikshospital, wo die beiden die Modernität der norwegischen Krankenhäuser bewundern konnten und dann zurück in meine Wohnung zu Schokoladenpudding mit Erdbeeren und Cidre. Den Abend haben wir dann auch gemütlich in meiner Wohnung verbracht und die beiden haben netterweise eine kleine Prüfung mit mir simuliert, die mir ein wenig Selbstbewusstsein gegeben hat. Am nächsten Morgen ging es dann wiederum in die Bäckerei zum Frühstück (meine Schwester hat sich in die dortigen Brote verliebt) und danach mit dem Bus zum norwegischen Medizin- & Technik-Museum. Neben einer sehr interessanten Ausstellung über Medizin erwartete uns im Keller des Museum dann auch ein Raum, welcher dieses Museum für mich ganz klar auf die Nummer 1 in Oslo bringt – eine ganze Wissenschafts-Erlebnis-Welt, in der man sein Herz pumpen sehen, mit Muskelkraft Strom erzeugen (der für 1,7s Playstation gereicht hätte) und auf Seilen balancieren konnte. Vor allem Alex ist in diesem Museum auch ganz auf seine Kosten gekommen und ich denke, diesem Museum könnte ich durchaus noch einmal einen Besuch abstatten. Danach ging es für die beiden auch schon wieder in die Heimat zu Alex großer Geburtstagsparty am Wochenende und ich habe versucht, mich wieder meinen Büchern zu widmen. Samstag Abend war dann ein großes Fest bei Inga in der Wohnung, zu dem auch Stian und Vegard erschienen sind. Zuvor habe ich aber noch ein Bierchen mit meinen Mitbewohner getrunken, der mir immer sympathischer wird, auch wenn sein Essen immer komisch riecht! ;) Es war das letzte Fest zusammen mit Charlotte und sie hat für uns alle einen leckeren Änänäs-Kuchen mit Seigmen gebacken. Am späteren Abend bin ich dann noch zusammen mit Vegard und Stian in die Stadt gefahren. Wir wollten eigentlich ins Ett Glass, aber es waren so viele Menschen in der Stadt wie noch nie zuvor (alle anderen Studenten haben schon Semesterschluss), so dass wir dort nicht hineinkamen und statt dessen ins Elsker gegangen sind. Bin danach auch wieder zu Fuß nach Hause gelaufen, inzwischen ist es nachts so warm und hell, dass man gar nicht das Gefühl hat, dass es 3 Uhr nachts ist. Sonntag Abend hat Sebastian uns alle zu selbstgemachten Käsespätzle eingeladen, die hervorragend geschmeckt hatten, und danach ging es zum Jazz-Abend ins Blå. Danach musste ich mich dann auch von ihm verabschieden, da er am nächsten Tag mit dem Auto zurück nach Österreich gefahren ist. Montag früh habe ich dann Charlotte auf ihrem letzten Gang hinauf zum SIO-Büro nach Kringsjå begleitet, wo sie ihre Schlüssel abgegeben hat. Danach haben wir noch zusammen einen Kaffee getrunken und ich habe sie zum Zug gebracht, wo ich mich dann auch von ihr verabschieden musste. Aber dieser Abschied war nicht ganz so traurig, da sie ja die nächsten drei Monate in Deutschland ist für ihren Au Pair, den ersten Monat sogar in Bonn! Da wird es also ein baldiges Wiedersehen geben. Danach wollte ich eigentlich noch einmal meine Aufzeichnungen durchlesen, aber inzwischen habe ich meine Blätter so oft in den Händen gehabt, dass mir allein schon schlecht wird, wenn ich sie sehe, und so habe ich gestern einfach entschieden, dass es jetzt genug ist. Ich habe mir statt dessen zwei schöne Romane gekauft und mich damit in die Sonne gesetzt. Heute habe ich dann meine Küche geputzt, Sachen sortiert und nach einer Wohnung gesucht. Meine Eltern sind auch gerade in Bonn und schauen sich verschiedene Wohnungen an. In weniger als zwei Wochen heißt es schließlich auch für mich „Erasmus vorbei, zurück nach Hause“! Aber zuvor muss ich noch meine morgige Prüfung überstehen, um 9 Uhr in Ullevål!

Montag, 8. Juni 2009

Blaues Eis und grünes Wasser



Jaja, jetzt sind es nur noch drei Wochen, und dann bin ich wieder auf dem Weg nach Hause. Nach und nach verabschieden sich alle hier und man wird schon ein wenig wehmütig, aber es ist auch eine Menge toller Sachen in den letzten beiden Wochen passiert! Zunächst war ich am 29.5 auf den Geburtstag meiner Tante eingeladen. Habe dafür am Morgen einen großen Strauß Blumen gekauft – die Verkäuferin hatte mir Lilien empfohlen, worüber meine Mutter nur lachte, als sie später angerufen hat. Aber meine Tante hat sich dennoch darüber gefreut. Dazu habe ich dann noch meinen Rotweinkuchen gebacken, den ich jetzt schon monatelang nicht mehr zubereitet hatte. Vollgepackt habe ich mich dann auf den Weg nach Lambertseter gemacht. Dort angekommen erwartete mich ein großes Festzelt im Garten meiner Tante und es waren auch schon eine Reihe Gäste eingetroffen. Von meiner Tante Elisabeth aus Deutschland über alte Kommune-Mitglieder meines Onkels bis hin zu Nachbarn, mit denen ich mich angeregt über Psychiatrie unterhalten habe. Generell war die Sprachverwirrung doch sehr groß, da man nie wusste, auf welcher Sprache man jemanden ansprechen sollte. Dies zog sich auch durch den ganzen Abend, als meine Tante zu Tisch bat und alle Gäste einzeln vorstellte – sie sprach norwegisch, mein Onkel übersetzte ins Deutsche und ein anderer Gast ins Englische! Der Abend gestaltete sich sehr lustig, mit jeder Menge gutem Essen, witzigen Einlagen der Gäste für das Geburtstagskind (mein Favorit war die Flugsicherheits-Einweisung, die meine Tante nachstellen musste, mit dem Unterschied, dass sie die Rettungsweste wirklich auslösen musste) und zum Abschluss dann wildes Tanzen im ausgeräumten Wohnzimmer. Da die letzte Bahn schon gefahren war, hat sich eine nette norwegische Familie dazu bereit erklärt, mich bis nach Hause zu fahren – was für ein Service! Am Sonntag habe ich dann die Bücher in die Ecke verbannt und habe den Tag mit Markus und seinem Besuch Cordi verbracht. Für Markus hieß es am Dienstag nämlich schon Abschied nehmen von Norwegen. Aber bevor es so weit war, haben wir zu dritt am heißesten Tag in diesem Jahr nochmal eine kleine Tour durch Oslo gemacht, haben uns in den Vigelands-Park gesetzt, haben Aker brygge unsicher gemacht und uns bei der Festung in den Schatten gesetzt (hatte eh schon Sonnenbrand von der unerbittlichen Sonne). Am Abend sind wir dann noch zusammen mit Rosie und Charlotte ins Blå gegangen und haben dort Markus´ letzten Abend in Oslo mit überraschend gutem Bier und Jazz-Musik verbracht. Nachdem wir die beiden wieder in den Zug nach Ås gesetzt hatten, mussten wir leider nach Sogn laufen, weil wir unsere letzte Bahn verpasst hatten – aber wir haben es geschafft! Montag Abend bin ich dann mit Inga und ihrem Besuch (Bruder mit Freundin) zusammen in die Oper gegangen. So oft wie ich schon auf dem Dach herumgelaufen bin, musste ich schließlich auch mal das Innere erleben. Das Stück „Elektra“ wurde zwar auf Deutsch gesungen, aber ich musste dennoch den norwegischen Text mitlesen, um etwas zu verstehen. Die Inszenierung war recht modern, dennoch hat es mir ganz gut gefallen, auch wenn es sicher nicht meine neue Leidenschaft wird! Dienstag Morgen habe ich dann Markus und Cordi in aller Früh noch einmal am Busbahnhof getroffen, um den beiden eine gute Reise zu wünschen und mich noch einmal anständig von einem sehr lieb gewonnen Freund zu verabschieden. Schon sehr traurig, aber jetzt habe ich Grund, endlich einmal nach München aufs Oktoberfest zu fahren! ;-) Danach war ich das letzte Mal in der Uni und habe mein Unterschriften-Buch abgegeben, jetzt muss ich „nur“ noch zur Prüfung erscheinen. Am Abend war ich zusammen mit Charlotte beim Irischen Abend von Ascalpella, dem Mediziner-Chor in dem Vegard mitsingt. Das Guiness war zwar ein wenig zu warm, aber dafür haben wir später am Abend noch zwei Bier ausgegeben bekommen, weil wir so schlau gewesen waren, uns mit der Barchefin des Mediziner-Clubs bekannt zu machen! ;-) An den beiden folgenden Tagen hatten Rosie und Charlotte jeweils ihre letzte Prüfung, so dass jetzt nur noch Inga und ich übrig sind, die lernen müssen. Am Donnerstag sind wir dann alle zusammen noch einmal zum Quiz ins Amatøren gegangen, dabei waren auch zwei Gäste von Charlotte aus Schottland. Freitag früh ging es dann für Inga und mich auf die lang ersehnte Gletscher-Wanderung nach Westnorwegen. Nachdem wir uns alle in Blindern versammelt hatten, Schuhwerk und Regenkleidnung ausgeteilt und wir auf die beiden Autos verteilt waren, ging es dann in einer 7-stündigen Fahrt nach Fjærland an einem Seitenarm des größten Fjords von Norwegen – dem Sognefjord.
Die Fahrt wurde etwas aufgelockert durch manchen Stopp an Bergseen mit seltsamen Steingebilden, wilden Gebirgsbächen, einer Stabkirche und einer Fährfahrt über den Fjord. Erstes längerer Stopp war dann in Sogndal, wo unser Guide „Outdoor-Activity“ studiert hatte... einen Studiengang, den es in Deutschland wohl nicht gibt. Nachdem wir uns ein wenig an den Fjord in die Sonne gesetzt und ich mir vorausschauend eine Sonnenbrille gekauft hatte ging es dann auch zu unserem Endziel nach Fjærland, wo wir in nette kleine Hütten mit Grasdach eingezogen sind. Letzte Unternehmung an dem Tag war dann die Fahrt zum nahe gelegenen Bøyabreen, dem sich am schnellsten bewegenden Gletscher in Norwegen (ganze 2 Meter pro Tag!). Leider machte er uns nicht den gefallen, ein Stück seines Eises vor unseren Augen abzuwerfen, aber dafür konnten wir aus der Ferne einmal kurz das bedrohliche Grollen des brechenden Eises hören.
Zum Schluss gab es selbstgemachte Lasagne von unserem Guide und dann sind wir alle erwartungsvoll zu Bett gegangen. Der nächste Tag begann dann mit einem Besuch im Gletscher-Museum von Fjærland, das nur 100 Meter von unseren Häuschen entfernt lag. Sehr überschaubar gehalten, war dieses Museum doch eines der besten von Norwegen, mit einem großen Panorama-Kino, in dem wir einen Film über den Jostedalsbreen angesehen haben. Der Jostedals-Gletscher ist der größte Gletscher auf dem europäischen Kontinent mit einer Unzahl Gletscherzungen, die sich in die Täler der Umgebung hinab bewegen. Nach diesem sehr pathetischen Film ging es dann durch einen Rundgang durch die Geschichte der Erden, der einen stark ans Phantasialand erinnerte, wenn man von Raum zu Raum gehen musste und der Boden anfing zu wackeln, man einen Urwald oder den eisigen Raum der letzten Eiszeit betrat – natürlich durfte auch der erhobene Zeigefinger am Ende nicht fehlen, der böse Mensch macht mit seiner Energieverschwendung eben alles kaputt – letzter Satz „Dieser Planet ist das einzige Zuhause, das wir haben!“. Auch der Rest des Museums war aufs „Knöpfe-drücken, Anfassen, Ausprobieren“ angelegt, aber leider hatten wir nur 20 Minuten dafür Zeit. Danach ging es ins „Zentrum“ von Fjærland zur Besichtigung eines alten Hotels, in dem die Gäste damals vor Bau der Straßen mindestens eine Woche bleiben mussten, weil das Schiff nur einmal die Woche den Fjord hinaufgefahren kam!
Auch haben wir gelernt, das Fjærland eines der „international-book-shop“-Städte ist, in dem in mehreren kleinen Holzhäusern alte Bücher verkauft werden. Man sieht, in diesen entlegenen Gebieten Norwegens spielt Lesen eben eine große Rolle! Nach dieser kleinen Sightseeing-Tour ging es dann auch zu unserer Wanderung. Am Fuße des Berges konnte man sich gar nicht vorstellen, dass es wirklich einen Weg bis hinauf zum Gipfel gibt, aber nach 3 Stunden Balance-Akte über rutschige Steine, schlammige Waldpfade und einer abschließenden Schneewanderung in Shorts kamen wir dann an der Gipfelhütte an. Dort wurde dann die Regenkleidung angezogen, nicht weil es geregnet hätte, sondern weil es dann auf dem Hosenboden zu einer Rutschpartie durch den Schnee ging, bis hin zur Moräne des nahe gelegenen Flatbre-Gletschers, von wo aus wir auf diesen hinabsehen konnten. Nach einer weiteren Rutschpartie wurden die Regenklamotten wieder abgelegt und es ging wieder hinab ins Tal.


Ein wenig müde in den Beinen haben wir am Abend dann noch hungrig den selbstgemachten Eintopf verspeist und sind alle früh ins Bett gefallen. Zum Abschluss der Tour stand am nächsten Tag dann die Gletscher-Wanderung an. Nachdem wir alles wieder zusammen gepackt hatten, ging es mit dem Auto ca. 1 ½ Stunden zum Nigardsbre. Zunächst mussten wir den davor liegenden See zu Fuß umrunden, bevor wir dann unsere Klettergurte und Schuh-Spikes anlegen mussten. Alle zusammen an ein Seil gegurtet ging es dann im Watschelgang der Reihe nach hinauf auf den Gletscher. Nach der Überquerung so mancher „kleinen“ Gletscherspalte hatten wir dann auch eine ansehnliche Höhe erreicht, und konnten vom Gletscherrücken aus das Tal überblicken. Dann ging es auch im Watschelgang wieder hinab und mit dem Auto zurück nach Oslo, wo wir gegen späten Abend angekommen sind. Heute morgen sitze ich auf meinem Bett, ein wenig Muskelkater in den Oberschenkeln und möchte gar nicht mehr mit dem Lernen anfangen. Aber bevor meine Schwester am Mittwoch Abend kommt (sie hat mich gerade angerufen und ihre Ankunft um einen Tag verschoben, weil Stockholm so schön sei) muss ich noch ein wenig was geschafft haben. Ich hoffe nur, dass ich dem Wetterbericht für die Woche genau so wenig trauen kann, wie dem für das vergangene Wochenende und die Sonne genauso schön scheint wie auf dem Fjord.

Sonntag, 24. Mai 2009

Lern-Sightseeing in Oslo


Zum Ende hin steigt jetzt die Blogg-Dichte wieder ein wenig an, aber nicht, weil so viel mehr passiert, sondern weil man sich irgendwie vom Lernen ablenken muss. Denn das ist es, was jetzt zu meiner Hauptbeschäftigung am Tag geworden ist. Aber es ist nicht ganz so schlimm wie im Winter, denn jetzt ist es immer von 5 Uhr morgens bis 11 Uhr abends taghell und ich kann beim Lernen durch Oslo laufen und mir die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Nach dem 17.Mai habe ich es auch erst einmal langsam angehen lassen. Mittwoch hatte ich meine letzte Kleingruppe im Krankenhaus, jetzt ist mein Unterschriftenbuch schon fast voll, mir fehlt nur noch die Bestätigung für meine Journale. Am Abend bin ich dann auf das „Rekefest“ gegangen, weclhes von MSO organisiert war und die Unterschrift trug „Werde ein besserer Didakt“. Im Endeffekt wurde doch hauptsächlich nur gegessen, Wein getrunken und ab und zu einem kleinen Vortrag gelauscht, sehr viel dazu gelernt habe ich nicht, außer das Garnelen die Kakerlaken des Meeres sind – lecker! Donnerstag habe ich dann mit meinen Lerntouren durch Oslo begonnen. Ich entdecke dabei immer neue Ecken der Stadt! Habe mich dann auch zu einem Glas Wasser bei Vegard eingeladen, so dass ich ein wenig Abwechslung hatte. Freitag Abend bin ich dann zusammen mit Charlotte und Rosie nach Ås gefahren, weil Markus an dem Tag Geburtstag hatte und zudem seine letzte Klausur geschrieben hat – beneidenswert. Leider hat es bei unserer Ankunft geregnet und die Mädels hatten keine Regenjacken dabei, so dass wir etwas durchnässt im „Pentagon“-Studentenwohnheim ankamen. Markus hatte überraschend Besuch von Matthias aus Deutschland bekommen, war aber generell recht geschafft nach diesem Tag. Die Party wurde dann dennoch sehr witzig, mit guter Musik (die sich gegen Ende leider wiederholte), lustigen Menschen und natürlich Grillwürstchen! Rosie haben Matthias und ich am Abend wieder zum Zug gebracht, da sie nicht übernachten wollte. Auf dem Weg mussten wir schon recht gut aufpassen, nicht auf einen der Dutzend Frösche zu treten, die über die Straße hüpften. Charlotte und ich haben dann zusammen bei Markus und Matthias geschlafen und wurden am nächsten Morgen vom Duft frisch zubereiteter Pfannekuchen von Markus geweckt. Nach einem leckeren Frühstück auf dem Balkon, von dem man aus eine Gruppe Pferde beobachten konnte haben wir dann zusammen das Germanys next topmodel Finale gesehen. Damit ist dann auch diese Zeit vorbei, aber ich bin froh, dass ich das Ende zusammen mit Markus gucken konnte! Nach einem gemeinsamen Eis ging es für Charlotte und mich dann auch wieder zurück nach Oslo, aber vorher haben wir Markus noch das Versprechen abgenommen, uns nächstes Wochenende noch einmal in Oslo zu besuchen, bevor er wieder in die Heimat verschwindet (schnief).
Generell werde ich zur Zeit recht traurig, wenn ich daran denke, wie bald alles hier oben vorbei ist. Werde ein paar Leute doch schon seeehr vermissen. Samstag Abend war ich dann aber zusammen mit Sebastian und Charlotte zum Garnelen-Essen bei Inga eingeladen, welche gerade Besuch von ihrem Bruder samt Freundin hatte. Die beiden konnten sehr viele spannende Geschichten von ihren Asien-Reisen erzählen! Gestern bin ich dann wieder durch Oslo und entlang des Flusses marschiert, während ich meine Unterlagen gepaukt habe. Das gleiche steht heute wieder an, aber im Moment sind meine Klamotten noch in der Waschmaschine und ich muss die Zeit bis sie fertig sind irgendwie überbrücken!