Montag, 23. Februar 2009

Fairytale weekend


So, nur sieben Tage nach dem alten Eintrag kommt schon der nächste, das heißt, es muss etwas besonderes passiert sein! ;-) Und tatsächlich, am letzten Wochenende habe ich von Thiemo und Marcus aus Köln Besuch bekommen und die vier Tage waren überaus ereignisreich – wahrscheinlich das intensivste Programm, das ich mit meinen Gästen bisher durchgezogen habe (bestimmt schaffen es nur noch Mario und Ben dies zu toppen, da sie über das Grand Prix Finale und den Nationalfeiertag mich besuchen kommen). Aber von Anfang an: Donnerstag Morgen hatte ich leider noch Uni, so dass ich die zwei nicht vom Bahnhof abholen konnte, aber die Zeit haben die beiden genutzt, sich in der Wohnung umzusehen, in der sie sich für die vier Tage eingemietet hatten. Getroffen haben wir uns dann in der Galerie unterm Radisson SAS wo ich gleich eine Packung Haribo als Begrüßung bekommen habe (ich liebe Besuch aus Deutschland!!!). Dann ging es auch direkt los mit der Standard Sight-Seeing Tour von der Oper, vorbei an der Oslo Börse, über die Karl Johan zu Stortinget, Nationaltheater und dem Schloss. Auch wenn ich diesen Weg inzwischen schon tausendmal gelaufen bin, so gibt es doch immer wieder etwas Neues zu erleben. Dieses mal konnten wir einem Aufmarsch der Schlossgarde beiwohnen, die eine perfekt durchchoreografierte Gewehrkontrolle zur Schau stellte. Als die Hälfte der Mannschaft hinterm Schloss verschwand und wir ihnen folgten, konnten wir zu unserer Belustigung feststellen, dass sie genauso stock und steif in ihren „Garde-Bus“ hinein marschierten und da ja Weiberfastnacht war, erinnerte das ganze doch sehr an die Kölner Stattgarde! Nach „Umquerung“ des Schlosses, vorbei an der amerikanischen Botschaft ging es dann runter zu Akerbrygge, wo sich Thiemo erstmal kunstvoll auf den Hosenboden setzte - „Oh mein Popo!“. Nach Besichtigung des Rathauses ging es dann zum „Ett Glass“ und einer Tasse heißem Kakao. Total kaputt von der Anreise sind die beiden dann zurück in ihre Wohnung gefahren und haben den Tag ruhig ausklingen lassen, während ich mich zu meiner letzten MSO-Basisgruppe aufgemacht habe. Am Montag hatte es dort kostenlose Pizza gegeben und auch dieses mal wurde wir wieder mit ausreichend Nahrungsmitteln versorgt, es lohnt sich also jetzt schon, dieser Gruppe beigetreten zu sein! ;) Danach ging es zu Ingas Vorspiel, da sie zusammen mit Sebastian und Steffi aus Österreich und deren norwegischen Bekannten Party machen wollte. Auch wenn ich zunächst keine große Lust hatte, so haben mich Caipirinha, Baileys und Co dann doch noch dazu gebracht, mit in den Frokostkjeller im Gebäude der alten Universität zu gehen. Nach 1 ½ Stunden Bierdusche in einem hüpfenden Pulk aus Alt-Russen (Russen heißen hier die Abiturienten, die als Zeichen ihrer Zusammengehörigkeit alle die gleiche Latzhose tragen) habe ich mich dann aber auf den Heimweg gemacht, nur zum festzustellen, dass es Donnerstags keinen Nachtbus gibt - „faen“ - aber so habe ich wenigstens herausgefunden, dass man den einstündigen Fußweg zurück nach Sogn auch angetrunken meistern kann. Am Freitag stand dann Schlittenfahren am Kroketrekeren an. Neben Thiemo und MarCus sind dafür auch MarKus und Julie aus Ås nach Oslo gekommen. Nachdem die beiden erst zu mir gekommen sind um ihre Sachen abzuladen, haben wir uns alle bei Majorstuen getroffen und sind mit der T-Bane auf den Berg hinauf gezuckelt. Im Vergleich zu den beiden ersten Malen war dieses wohl die rasanteste Abfahrt, der Schnee war perfekt und ich inzwischen auch in der Lage den Schlitten zu steuern. Weniger erfahren war da Marcus aus Köln, der auf die „Mit-den-Füßen-brems“-Methode gesetzt hat und danach aussah wie ein Schneemann. Ein wenig durchnässt haben wir uns dann zu einem Stück „apple strudel“ in die Hütte am Frogneseteren gesetzt bevor es zu einer letzten Abfahrt ging. Mit zwei dicken blauen Flecken auf je einer Gesäßbacke von der Hüpferei mit dem Schlitten ging es dann zurück ins Tal und am Abend haben wir alle zusammen eine leckere selbstgemachte Pizza bei mir in der Küche verspeist. Das Abendessen ging auch gleich in ein Vorspiel über, in dem mein restlicher Rum mit Cola gemischt vernichtet wurde, bevor es dann in die Stadt ins Elsker ging. Julie stand der Schwulenbar etwas skeptisch gegenüber, wie leider die meisten Heterosexuellen, welche die seltsame Furcht davor haben, sofort von hundert Lesben/Schwulen angegraben zu werden (maßlose Selbstüberschätzung!). Aber Ende hat es dann doch allen gut gefallen und niemand musste vor einem sexwütigen Homosexuellen gerettet werden! :-D Nachdem ich Julie und Markus eine Nacht lang Unterschlupf gewährt haben, da sie am nächsten Morgen früh auf einen World Cup im Snowboard- Kunstspringen (oder sowas ähnliches) gefahren sind, ging es dann am Samstag mit Thiemo und Marcus auf die Museuminsel Bygdøy! Zuerst stand das Wikinger-Schiff Museum auf dem Plan, in das ich überraschender Weise als Student der UIO umsonst hineinkam!!! Dafür habe ich mich im Museumsshop dann aber auch in das „Wikinger-Spiel“ verliebt und dafür 300NOK hingelegt... aber man muss sich ja auch mal was gutes tun! ;) Nach den über 1000 Jahre alten Wikingerschiffen ging es dann ins Museum der etwas jüngeren Fram, dem Polarexpeditionsschiff, mit dem Fridtjof Nansen 1893 zum Nordpol und Roald Amundsen 1910 zum Südpol gefahren ist – zwei der ganz großen Norweger! Passend zum Polarthema war es im Museum auch noch mal 10 Grad kälter als es draußen sowieso schon war, so dass man sich bei der Besichtigung des Schiffes recht gut vorstellen konnte, gerade im Packeis der Arktis zu stecken! Als wir schließlich wieder draußen im (relativ) Warmen waren ging´s zurück in die Stadt zu einem Burger-Mittagessen ins Hard Rock Café, in dem ich bisher nur gewagt hatte eine Cola zu trinken! ;) Gut gesättigt ging es dann nach einer kurzen Shopping-Tour zurück in meine Wohnung zu einer Tasse Tee, Haribos, Germany´s Next Topmodel auf Youtube und dem Finale des Norwegischen Grand Prix Finales!!! Und wie hätte es auch anders sein können, mein Favourit Alexander Rybak hat natürlich HAUSHOCH gewonnen, mit über 700.000 Stimmen aus ganz Norwegen. Und es ist natürlich klar, wer am 16. Mai in Moskau gewinnen wird!!! Nachdem die beiden deutschen Jungs dann wieder abgedüst waren bin ich noch auf den Geburtstag von Sebastian gegangen, was darin endete, dass ich den dritten Tag hintereinander angetrunken war.... diese Woche muss ich erst einmal ausnüchtern. Der letzte Besuchstag am Sonntag begann dann mit einem Besuch im Munch Museum, in dem ich bisher noch nicht gewesen war. Aber richtig umhauen konnte es mich nicht, da die Nationalgalerie in der Innenstadt viel mehr Bilder und vor allem die berühmteren Bilder von Munch zeigt, dafür war das Museum im Winter aber kostenlos. Nach einer kleinen Runde durch den Botanischen Garten (den ich im Frühling auf jeden Fall noch einmal besuchen muss – ohne die meterdicke Schneedecke) ging es dann zum Vigelandpark, der nicht minder eingeschneit war. Die berühmten Figuren schauten nur noch halb aus den Schneemassen heraus und der Rückweg über vereiste Treppen-Rutschen gestaltete sich als wahre Mutprobe. Wir haben es aber mit heilen Knochen überstanden und sind schließlich zum Abschluss-Essen zu Peppes nach Aker Brygge gefahren. Auch wenn ich es nicht will, am Ende läuft es doch immer wieder auf diese Pizzeria hinaus!!! Der Besuch im Friedensnobelpreis-Zentrum wurde aufgrund der hohen Preisen dann doch spontan gestrichen, so dass wir statt dessen den Tönen schräger Panflöten-Töne lauschend auf die Trikk zum Møllerfossen am Akerselva gewarten haben. Von diesem größten Wasserfall, der momentan jedoch halb unter Schneemassen versteckt ist, ging es dann den Fluss hinauf bis Nydalen, von wo aus es dann zurück zu einer letzten Tasse Tee in meine Wohnung ging. Dann mussten wir uns auch schon wieder verabschieden und ich bin recht geschafft von diesen ereignisreichen Tagen in mein Bett gefallen. Die beiden sind dann heute morgen zurück nach Köln geflogen, pünktlich zum dortigen Rosenmontagszug. Ich muss mich jetzt erst mal wieder ordnen, zum Alltag zurückfinden und bald mal anfangen zu lernen, denn der Schnee fängt schon bereits an zu schmilzen und das Jahr schreitet einfach unerbittlich voran... es geht alles so furchtbar schnell!

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