
Nach dem Hochgefühl der letzten Tage sitze ich jetzt zufrieden und glücklich aber auch ziemlich geschafft und müde auf meinem Bett und versuche das Geschehene in Worte zu fassen (gut dass ich schreiben kann, sprechen geht nämlich nur noch schwer nach diesem Wochenende!). Anfang der letzten Woche habe ich erst noch fleißig vorgelernt, damit ich bis zur Ankunft von Mario und Ben am Donnerstag alles fertig hatte, was ich mir vorgenommen hatte – mit Erfolg. Mit gutem Gewissen konnte ich die beiden also nachmittags am Bus abholen und dann wurde bei mir zunächst ein Mittagessen gekocht. Die Wohnung samt Küche hatte ich am Vortag noch extra geputzt, um auch einen guten Eindruck zu machen! Danach ging es zur obligatorischen Sightseeing-Tour zum Vigelandspark, Oper, Karl-Johan und Akershus.
Nach der Erkundung eines Duftgartens und dem Bewundern blühender Bäume ging es dann zunächst in einen Supermarkt zum Einkaufen, damit wir daraufhin die Fähre nach Bygdøy nehmen konnten um dort zu grillen. Das Wetter war perfekt und keine Wolke am Himmel, so dass ich am Abend auch mal wieder hübsche rote Wangen hatte. Nach einem Spaziergang vom Anleger bis zur Spitze der Halbinsel, Huk, und einer typisch norwegischen Grillaktion mit „pølser i lompe“ bin ich dann wieder in die Stadt gefahren, während die beiden die Insel noch weiter erkundeten. Ich hatte mich mit Vegard und einer Gruppe anderer Mediziner im Stensparken zum Vorspiel vor der Mediziner-Revue verabredet. Nachdem wir uns dort also eine weitere Stunde in der Sonne vergnügt hatten, ging es mit der Staßenbahn rauf zum Rikshospital zur Revue. Charlotte, Rosie und Sebastian waren auch dabei und ich habe mich auch dieses mal wieder köstlich amüsiert.
Highlight war die Eröffnung, bei der sich ein recht gut gebauter Medizin-Student einfach ganz(!!!) nackt auf die Bühne gestellt hat. Leider war meine Handy-Kamera zu schlecht, um davon ein Bild zu machen... :-). Nach der Show habe ich Mario und Ben bei mir Zuhause wiedergetroffen. Eigentlich wollte ich die beiden nur abholen, aber dann haben wir doch noch ein Abendessen dazwischen geschoben, bevor es dann zurück in den Mediziner-Club zur „after show party“ ging. Die Norweger und auch die Mädels hatten uns leider schon einiges voraus was den Alkoholspiegel anging, aber wir haben dann mehr oder minder schnell aufgeholt und einen sehr lustigen Abend gehabt. Vor allem Charlotte hatte an diesem Abend auch wieder viel Spaß! Am nächsten Tag konnten ich dann auch ein wenig länger ausschlafen und auf Wunsch meiner beiden Gäste ging es dann noch einmal nach Bygdøy ins Folkemuseet.
Es wurde wild Punkte für die einzelnen Beiträge verteilt, lautstark mitgesungen und gespannt der Atem angehalten als Norwegen seinen Auftritt hatte, natürlich gefolgt von ekstatischen Geschrei! Ich habe noch schnell meine Familie in Deutschland mobilisiert und zum Abstimmen für Norwegen überredet und dann kam jene besagte Stunde (oder mehr), die Grund für meine mitgenommenen Stimmbänder ist. Es wurde quasi konstant durchgejubelt, so dass man beinahe taub wurde, jedes mal bei 12 Punkten haben wir auf dem Sofa getanzt und immer, wenn es weniger als 8 waren (was ja nicht allzu oft vorkam) entrüstet gebuht! Mario und Ben waren wahrscheinlich etwas eingeschüchtert von einem derartigen Patriotismus und ohrenbetäubenden Geschrei. „I´m in loooooove with a fairytaaaaaaaale!!!“
Zwar waren über 5.000 Menschen zum Flughafen Gardermoen gereist, um den dort ankommenden Alexander Rybak willkommen zu heißen (der am Vorabend bei seiner Dankesrede gesagt hatte, er würde sich freuen, wenn ihn ein paar Menschen dort erwarten würden) aber der Rest der ca. 1 Millionen Einwohner von Oslo hatte sich auf der Karl-Johan versammelt, um den Kinderzug zu sehen und der Königsfamilie zu zu winken. Trotz großer Schwierigkeiten, sich durch die Massen zu kämpfen und die verschiedenen Leute in der Menge zu finden bzw. nicht zu verlieren, haben wir sehr viel Spaß gehabt, den vorbeiziehenden Kinder-Blaskapellen mit unseren Fähnchen zugewunken und auch einen entfernten Blick auf die Königsfamilie erhaschen können.
Nach dem Genuss eines Eises, für das wir ca. eine halbe Stunde anstehen mussten, haben wir uns dann erfolglos auf die Suche nach einem Lokal gemacht, in dem man draußen sitzen konnte – die Stadt war einfach restlos voll. Daher haben wir uns dann für Grillen im Stensparken entschieden, wofür Charlotte, Rosie und ich zunächst noch nach Sogn zurückgefahren sind, um die nötigen Zutaten zu besorgen. Stian, Vegard, Mario, Ben und Markus, den wir beim Zug getroffen haben, haben sich während dessen schon in den Park gesetzt. Da die Stadt allerdings so überfüllt war, dass man sich noch nicht einmal mehr in eine T-Bane hineinpressen konnte, hat die Hin- und Zurück-Fahrt fast 2 Stunden gedauert. Schließlich konnten wir aber doch die Sonne genießen, Würstchen grillen und uns beim Kubb-Spielen amüsieren, bei dem Mario, Ben und ich souverän gewonnen haben!!!
Danach hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen und Mario, Ben und ich haben den Abend ganz ruhig und entspannt mit Krabben-puhlen und Bilder angucken verbracht. Heute morgen habe ich die beiden dann auch wieder zum Busbahnhof gebracht, mich 2 Stunden in die Uni geschleppt und sitze nun wie gesagt zufrieden und glücklich aber auch ziemlich geschafft auf meinem Bett. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass das vergangene das beste Wochenende hier in Norwegen war, das sicherlich nicht mehr geschlagen werden kann. Ab jetzt heißt es Vollgas geben beim Lernen, damit ich meine Prüfung in 4 Wochen auch noch erfolgreich schaffe, bevor es Ende Mai endgültig wieder nach Deutschland geht. Aber das ein oder andere Ereignis steht dann in den nächsten Wochen doch noch an, wenn auch nicht mehr so geballt wie bei diesem fantastischen Wochenende – JA, JEG ELSKER DETTE LANDET!

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