
So, jetzt habe ich fast alles erledigt, was ich in Norwegen noch brauchte, und der Rückkehr nach Deutschland steht nichts mehr im Wege. Die Prüfung am letzten Mittwoch ist ganz gut gelaufen. Morgens um 9 mussten wir uns in der Eingangshalle der Klinik einfinden, von wo wir von unserem Prüfer abgeholt wurden. In einem kleinen Hörsaal in der 4. Etage wartete dann auch mein Patient auf mich (es war der gleiche Hörsaal, in dem ich auch meinen allerersten Unterricht in Norwegen hatte, so schließt sich der Kreis). Leider stellte sich heraus, das die Patientin genau das hatte, was ich am wenigsten gut konnte und ich auf keinen Fall bekommen wollte – eine Pneumonie. Die Anamnese und körperliche Untersuchung verliefen noch ganz reibungslos aber durch die folgenden Fragen habe ich mich doch eher schlecht als recht hindurch gekämpft. Anscheinend war mein Eindruck von mir selbst schlechter als es die Prüfer dachten, da sie mir zum Abschluss doch noch ein B gegeben haben (vielleicht lag es auch daran, dass sie vorher noch die Noten verteilt haben). Als Belohnung war das Wetter nach der Prüfung auch wunderbar und nachdem ich meinen abschließenden Bericht für Erasmus geschrieben habe, während Inga in ihrer Prüfung war, sind wir danach an den Sognsvann gefahren, haben uns in die Sonne gelegt und ich habe mich auch einmal kurz in die Fluten gestürzt. Zum Abschluss gab es dann leckere Schweinefilets bei Inga (nach zwei Wochen mit Fertigpizza und Spagetti) und dann wurde laaaaaaange geschlafen. Donnerstag haben Inga und ich nur eine kleine Shoppingtour durch Oslo gemacht, da das Wetter leider wieder schlechter wurde und Freitag wollten wir dann unsere Abschlussbescheinigung der Uni samt unserem „transcript of records“ bei Anne Westheim, unserer Koordinatorin abholen.

Zunächst wurde wir nocheinmal zwei Stunden vertröstet und in die Kantine geschickt, wo wir einen nervösen Vegard getroffen haben, der auf seine Prüfung wartete, nur um dann gesagt zu bekommen, dass wir unsere transcripts wohl erst am Dienstag abholen könnten – tusen takk! Am Abend wollten wir dann eigentlich zum VG-top20-Konzert auf dem Rathausplatz, bei dem die 20 beliebtesten Sänger aus Norwegen auftreten sollten, darunter auch Alexander Rybak und Aha. Leider hat es dermaßen geregnet, dass wir zwar zum Konzertplatz hingefahren sind, uns dann aber entschieden haben, das Konzert bei einer Tasse Tee bei mir Zuhause im Fernsehen anzusehen. Dei triefnassen Teenies betrachtend waren wir über diese Entscheidung am Ende auch sehr froh.

Samstag wurde das Wetter dann langsam besser und wir sind am Nachmittag zu Vegard gegangen. Dort haben wir Christian kennen gelernt, der zur Zeit drei Monate bei Vegard in der Wohnung haust. Zusammen haben wir meinen Rotweinkuchen gegessen, Ferngesehen und Wizard gespielt (wobei Vegard natürlich wieder haushoch gewonnen hat) und zum Abschluss lecker gekocht und beim Essen „Fight club“ geschaut, sehr gemütlich. Danach sind Vegard und ich noch ins Ett Glass gegangen, wo wir später auch noch Christian und Stian getroffen haben. Dem Wetter misstrauend und zu faul zum laufen habe ich dann auch mal wieder den Nachtbus nach Hause genommen. Sonntag waren Inga und ich dann mal wieder fleißig und sind ins Domus athletica trainieren gegangen und am Abend sind wir dann zu zweit ein wahrscheinlich letztes mal ins Blå gegangen.

Unser Bier schlürfend und leckere Frühlingsrollen mampfen haben wir uns dann so lange über unsere Rückkehr nach Bonn und frühere/ bald wieder aktuelle Kommilitonen unterhalten, dass wir die erste Hälfte der Live-Musik verpasst haben. Nachdem wir dann aber doch noch ein wenig der Musik gelauscht hatten und merkten, dass anscheinend jeden Sonntag die gleichen Lieder gespielt werden, haben wir uns um 12 dann auch wieder auf den Rückweg gemacht. Montag war dann das Wetter derart toll (und ist bisher auch so geblieben), dass wir zusammen mit Vegard, seiner Schwester, einem Freund von Vegard und einem unglaublichen knuffigem Hund nach Huk an den Strand gefahren sind.

Da wurde sich dann gesonnt, gegrillt, gelesen, gequatscht und ab und zu sind wir auch in den Fjord gehüpft und haben uns abgekühlt, richtiger Sommerurlaub. Gestern konnten Inga und ich dann auch endlich unsere „transcripts of records“ bei Anne Westheim abholen, wenn wir auch noch mal für 15 min zu einem Kaffee in die Kantine geschickt wurden. Das war somit unser letzter Besuch bei der guten Frau und jetzt haben wir alles beisammen, um zurück nach Deutschland zu kommen (ab jetzt beginnt der Kampf mit unserer deutschen Koordinatorin wieder). Danach sind wir in den Botanischen Garten gefahren, haben versucht Baumarten zu bestimmen und haben uns das zoologische und geologische Museum angeschaut, die meines Erachtens sehr gut gemacht waren.

Nach dem Betrachten hunderter ausgestopfter Tiere, riesigen versteinerten Dino-Skeletten, schimmernden Edelsteinen und dem in Oslo ausgestellten „missing link“ zwischen Mensch und Affe „Ida“ hatten wir aber auch schon wieder genug von Museen. Den Rest des Tages habe ich mich dann mit meinem Buch auf mein Bett gelegt, wovon ich leider ordentliche Kopfschmerzen zu Ende hatte, so dass ich mich früh ins Bett gelegt habe. Heute morgen lädt das Wetter wieder an den Strand oder See ein, mal sehen was es wird. Jedenfalls genieße ich die letzte Woche in Oslo, von der jetzt auch nur noch 5 Tage übrig sind, bevor es nächsten Montag dann mit dem Flieger in die Heimat geht.

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