Dienstag, 16. Juni 2009

Time to say goodbye!

So, jetzt ist es bald soweit. Das Lernen habe ich gestern abgeschlossen und jetzt sitze ich in meinem Zimmer und warte darauf, dass es morgen wird und ich zu meiner mündlichen Prüfung gehen kann. Eigentlich bin ich noch ganz entspannt und alle, die heute schon Prüfung hatten meinten im Internet, die Prüfung sei auch ganz locker. Aber bevor ich den Blick nach vorne richte erst noch ein kleiner Rückblick auf die letzte Woche. Nachdem wir von unserer Fahrt nach Fjærland wieder gekommen waren fing wie vor Weihnachten wieder eine Woche voller Abschiede an. Nachdem Markus ja schon vor zwei Wochen gefahren ist, war Rosie die nächste, welche nach einem Jahr in Norwegen wieder in den Flieger gestiegen ist. Mittwoch Abend gab es deswegen noch einmal ein großes Abschieds-Essen im Café Tullins, zu dem neben Charlotte, Sebastian, Inga und Marton auch Stian, Vegard und überraschender Weise auch Kristine erschienen sind. Als kleine Andenken habe ich dann Rosie und Charlotte zwei meiner liebsten Kinderbücher auf Norwegisch geschenkt, der Wunschpunsch (Trylledrikken) und Jim Knapp og Lukas lokomotivfører. Nach dem Essen ging es dann zu Vegard in die Wohnung zu einem kleinen Spieleabend. Am gleichen Abend kamen dann auch meine Schwester und Alexander in Oslo an, welche vorher ein paar Tage in Stockholm gewesen waren. Die beiden wollten eigentlich mit dem Zug kommen, der aber schon so voll war, dass sie keine Plätze mehr bekommen hatten und deswegen spontan fliegen mussten. Nachdem ich die beiden also am Nationaltheater abgeholt hatte, ging es noch ein wenig zu Vegard bevor wir dann alle aufgebrochen und mit der letzten T-Bane zurück nach Sogn gefahren sind. Vor der Tür hieß es dann endgültig Abschied nehmen von Rosie, aber ich habe mich ja schon zu einem baldigen Besuch in Schottland angemeldet. Am nächsten Morgen haben wir erstmal ausgeschlafen, weil Nina und Alex von ihrem Stockholm-Sightseeing noch ganz geschafft waren. Begonnen haben wir den Tag dann mit einem verspäteten Frühstück in der Bäckerei im Eventyrveien, welches schon von einer ganzen Horde von Müttern und Vätern mit kleinen Kindern bevölkert war, zur Freude meiner Schwester!
Danach ging es durch Blindern zum Vigelandspark, den ich inzwischen schon so gut kenne, dass ich mich wahrscheinlich auch blind darin zurecht finden würde! Danach ging es mit der Trikk (Ninas Lieblingsfortbewegungsmittel in Oslo) nach Aker brygge, wo sich Alex nach einer kleinen Besichtigungstour in die Sonne gelegt hat und so Nina aufmerksam auf ein kleiner Schweden-Souvenir wurde – eine ZECKE auf Alex´ Bauch – aus dem FSME Gebiet schlechthin!!! Nina hat sie am Abend dann fachmännisch entfernt und ich habe bisher auch noch nichts von Fieberanfällen mitbekommen, deshalb gehe ich mal davon aus, dass es eine nette Zecke war. Um den Schreck zu verdauen haben wir uns dann erst einmal eine Tasse Kaffee (bzw. Kakao für mich) im Ett Glass genehmigt, bevor es dann noch zur Oper und der Festung Akershus ging (von der aus wir eine pervers große und hässliche Jacht und ein schnuckeliges kleines Hausboot beobachten konnten). Zum Abschluss ging es dann noch kurz(!!!) in die Nationalgalerie zum Schrei (ich weigere mich mehr anzusehen als dieses eine Bild) und dann wurde ein leckeres Abendessen im Tullins verspeist (wo ich bald auch die Karte durch habe, aber es ist echt lecker!). Danach ging es mit der Trikk rauf zum Rikshospital, wo die beiden die Modernität der norwegischen Krankenhäuser bewundern konnten und dann zurück in meine Wohnung zu Schokoladenpudding mit Erdbeeren und Cidre. Den Abend haben wir dann auch gemütlich in meiner Wohnung verbracht und die beiden haben netterweise eine kleine Prüfung mit mir simuliert, die mir ein wenig Selbstbewusstsein gegeben hat. Am nächsten Morgen ging es dann wiederum in die Bäckerei zum Frühstück (meine Schwester hat sich in die dortigen Brote verliebt) und danach mit dem Bus zum norwegischen Medizin- & Technik-Museum. Neben einer sehr interessanten Ausstellung über Medizin erwartete uns im Keller des Museum dann auch ein Raum, welcher dieses Museum für mich ganz klar auf die Nummer 1 in Oslo bringt – eine ganze Wissenschafts-Erlebnis-Welt, in der man sein Herz pumpen sehen, mit Muskelkraft Strom erzeugen (der für 1,7s Playstation gereicht hätte) und auf Seilen balancieren konnte. Vor allem Alex ist in diesem Museum auch ganz auf seine Kosten gekommen und ich denke, diesem Museum könnte ich durchaus noch einmal einen Besuch abstatten. Danach ging es für die beiden auch schon wieder in die Heimat zu Alex großer Geburtstagsparty am Wochenende und ich habe versucht, mich wieder meinen Büchern zu widmen. Samstag Abend war dann ein großes Fest bei Inga in der Wohnung, zu dem auch Stian und Vegard erschienen sind. Zuvor habe ich aber noch ein Bierchen mit meinen Mitbewohner getrunken, der mir immer sympathischer wird, auch wenn sein Essen immer komisch riecht! ;) Es war das letzte Fest zusammen mit Charlotte und sie hat für uns alle einen leckeren Änänäs-Kuchen mit Seigmen gebacken. Am späteren Abend bin ich dann noch zusammen mit Vegard und Stian in die Stadt gefahren. Wir wollten eigentlich ins Ett Glass, aber es waren so viele Menschen in der Stadt wie noch nie zuvor (alle anderen Studenten haben schon Semesterschluss), so dass wir dort nicht hineinkamen und statt dessen ins Elsker gegangen sind. Bin danach auch wieder zu Fuß nach Hause gelaufen, inzwischen ist es nachts so warm und hell, dass man gar nicht das Gefühl hat, dass es 3 Uhr nachts ist. Sonntag Abend hat Sebastian uns alle zu selbstgemachten Käsespätzle eingeladen, die hervorragend geschmeckt hatten, und danach ging es zum Jazz-Abend ins Blå. Danach musste ich mich dann auch von ihm verabschieden, da er am nächsten Tag mit dem Auto zurück nach Österreich gefahren ist. Montag früh habe ich dann Charlotte auf ihrem letzten Gang hinauf zum SIO-Büro nach Kringsjå begleitet, wo sie ihre Schlüssel abgegeben hat. Danach haben wir noch zusammen einen Kaffee getrunken und ich habe sie zum Zug gebracht, wo ich mich dann auch von ihr verabschieden musste. Aber dieser Abschied war nicht ganz so traurig, da sie ja die nächsten drei Monate in Deutschland ist für ihren Au Pair, den ersten Monat sogar in Bonn! Da wird es also ein baldiges Wiedersehen geben. Danach wollte ich eigentlich noch einmal meine Aufzeichnungen durchlesen, aber inzwischen habe ich meine Blätter so oft in den Händen gehabt, dass mir allein schon schlecht wird, wenn ich sie sehe, und so habe ich gestern einfach entschieden, dass es jetzt genug ist. Ich habe mir statt dessen zwei schöne Romane gekauft und mich damit in die Sonne gesetzt. Heute habe ich dann meine Küche geputzt, Sachen sortiert und nach einer Wohnung gesucht. Meine Eltern sind auch gerade in Bonn und schauen sich verschiedene Wohnungen an. In weniger als zwei Wochen heißt es schließlich auch für mich „Erasmus vorbei, zurück nach Hause“! Aber zuvor muss ich noch meine morgige Prüfung überstehen, um 9 Uhr in Ullevål!
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